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den Ostseeländern, in Preussen und Litauen, in Schlesienund den österreichischen Marken lohnende Kampfesarbeit.Sächsische und fränkische, schwäbische und rheinische Edei-leute haben in gemeinsamem Ringen ein neues Deutsch-land erobert; Bürger, Bauern und Klosterleute aller Stämmehaben dies Land für den Anbau gewonnen, Dörfer, Städte undKlöster gegründet. Ein Kolonistenland, wie es die Po-Ebenefür die Italiker gewesen, war das östliche Vorland des Reichsgeworden.
Freilich hatte sich die Germanisirung dieses Gebietesnicht unter der Leitung einer centralen Gewalt vollzogen. Esfehlte eben den einzelnen Unternehmungen, welche die Koloni-sation zum Ziele führten, ein politischer Zusammenhang.Die Stellung, welche die ostelbischen Lande in der deutschenGeschichte einnehmen, ist gewiss sehr ähnlich der Bedeutung,welche die Po-Landschaft für den italischen Staat hatte; durchden latinischen Stamm zu einem Kulturlande geworden, stellte esseit den Tagen Casars geradezu das Kernland des Reichsdar. Aber sehr unähnlich ist die planvolle Art, wie der SenatEroberung und Latinisirung dieser Lande leitete. Sehr ähnlichwiederum wird man trotz der Verschiedenheit der Zeitenund Nationen die koloniale Ausbreitung der Hellenen überdie Inseln und Küsten des Mittelländischen Meeres finden.Wie daran alle Stämme Anteil hatten, wie das delphischeOrakel seine Autorität mit Erfolg geltend machte, so dürfteman bei dem gemeinsamen Unternehmen der deutschenStämme in gewissem Sinne von einer kirchlichen Leitung reden.Die kirchliche Verwaltung, wie sie durch die ottonische Verfas-sung möglich geworden war, hatte eben die bäuerlichen Kräfteentfesselt, die sich jetzt befruchtend über die östlichen Markenergossen. Der lodernde Glaubenseiler der Bischöfe, die unver-drossene, auf Mission und Bodenkultur gerichtete Arbeit derGisterziensermönehe und das scharfe Schwert der geistlichenRitter waren für das Gelingen desselben doch wesentlicheFaktoren.
Noch in einem andern Punkte fand die Einheit derNation, trotz der Schwächung der kaiserlichen Autorität, ihrenAusdruck. Seit der Mitte des zwölften bis gegen Ausgang des