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Partikularismus und Einheit der Deutschen Nation
Entstehung
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dass in Deutschland seit dem Ausgange des 13. Jahrhundertsdie Zahl der selbständigen Herrschaften auf mehrere Tausendanwuchs.

Aber mochten auch altgermanische Vorstellungen im Bundemit den kirchlichen Ideen den Staat zersetzen und der Trieb derAbsonderung soweit führen, dass selbst in der Stadt sich dieGenossenschaften von dem Gericht der Stadt freizumachensuchten, es gab doch noch eine deutsche Nation, ein deutschesReich. Noch immer fand die Einheit in der Person desKönigs, des Kaisers ihren Ausdruck. Die alte Herrlichkeit warfreilich dahin, aber vorübergehend haben Heinrich VIR unterden oberitalischen Ghibellinen, Ludwig der Bayer und Sigis-mund eine gewaltige Stellung eingenommen. Ludwig, der aufdem Markte zu Koblenz in einer Umgebung von 17000 Rittern,in vollem Kaiserornat über dem englischen König Eduardthronend, die Beschlüsse von Rhense wiederholte, durfte sichals den lebendigen Mittelpunkt der Nation betrachten. Sigis-munds Thätigkeit auf dem Konstanzer Konzil Hess das Kaiser-tum noch einmal als Brennpunkt der Einheit des Abendlandserscheinen.

Doch nicht allein die Person des Regenten ist ein Band,das die Glieder eines Volkes zusammenhält, auch gemeinsameThaten und Schicksale haben eine über Generationen hinaus wirk-same, einigende Kraft. Einst hatten die kriegerischen ElementeDeutschlands, namentlich der niedere Adel, in Italien, im Orient,in den Wendenlanden blutige Arbeit gefunden. Andere Zeitenbieten andere Aufgaben. Von Römerzügen kann schon unterFriedrich IL keine Rede mehr sein, wenn auch das männer-reiche Land nordwärts der Alpen das grosse Werbegebietseiner antipäpstlichen Heere bildete. Die Begeisterung für dieEroberung der heiligen Stätten war schon früher erloschen,und als die Sündflut der Mongolen den Orient verschlungen,löste sich die enge Verbindung, in der die beiden alten Kultur-gebiete seit Jahrhunderten gestanden hatten, für immer auf.Die ganze Energie der deutschen Nation warfsich jetzt auf dieErweiterung der Gebiete, die seit den Tagen Lothars I. zwischenElbe und Oder inBesitz genommen waren. Die Söhne der Ritter,die dem Rotbart über die Alpen gefolgt waren, fanden in