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Der Adel Schwedens (und Finlands) : eine demographische Studie
Entstehung
Seite
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wie später der römischen Welt war der wachsende Volks-mangel. Aber dieser ist seinerseits eine Folge der fehlendenRegeneration. Denn wie sehr auch Pest und Krieg bei ver-schiedenen Gelegenheiten, und besonders in der Mitte des zweitenJahrhunderts nach Chr. die Volksanzahl dezimieren, so wärendiese Lücken schnell wieder ausgefüllt worden, falls die Re-generation stark oder selbst normal gewesen wäre. Bei einemlebenskräftigen Volke geht die Zunahme nach solchen Aderlasseneher in einem noch schnelleren Tempo vor sich, so daß dieVolkszahl gewöhnlich in kurzer Zeit wieder dieselbe Höhe hatwie früher. Diese Unglücksfälle hätten deshalb wenig zu be-deuten gehabt, falls nicht die Regeneration zu versiegen be-gonnen hätte. Die fehlende Regeneration war es, die in diesemFall, wie sicher immer, wenn eine Kultur untergeht, die un-mittelbare totbringende Krankheit war. Gewöhnlich kommtdann das Ende selbst ganz plötzlich durch äußere Gewalt, nach-dem die innere Widerstandskraft gebrochen ist. In dem vor-liegenden Falle ging es auf andere Weise zu. Da der Bedarf anArmen für Ackerbau und Gewerbe nicht länger durch eigeneRegeneration gedeckt werden konnte, ergriff man den Ausweg,denselben durch immer stärkeren Import von Barbaren zu er-setzen. Dies traf besonders im römischen Weltreich nach demMarkomannenkrieg 167 n. Chr. ein. Man versah sich aus dergermanischen Völkerkammer mit dem nötigen Menschenmaterial.Große Teile des Reiches wurden zwar auf diese Weise wieder be-völkert, mit welcher Wirkung aber? Zum Verständnis der Folgendieser Infiltration halbzivilisierter Völker und Individuen, welchedurch den sozialen Umsatz dann rasch in alle Lager der Gesell-schaft hinaufgeführt wurden, bedarf es keiner langen Forschungenund Ermittelungen. Der kurze Weg vom Triumphbogen des Titusbis zu dem des Constantin in dem jetzigen Rom gibt genügendenAufschluß darüber. Die kunstgeübten Hände, die den ersterenerbaut hatten, waren zweihundert Jahre später durch rohe Bar-barenhände ersetzt worden, welche die Vorbilder nicht einmalanständig nachzuahmen verstanden. Die antike Zivilisation warwie ein künstlerisches Bauwerk, das die Menschen nicht längerzu unterhalten verstanden. Daß aber die Kenntnis hiervon ver-loren ging, beruhte darauf, daß die Völker, die sie besaßen, ihrGeschlecht nicht fortpflanzten, sondern statt dessen die Barbaren