bleibenden herbeigeführt hat 1 ). Daß dem aber auch in der Zu-kunft und für die meisten jetzigen zivilisierten Völker so seinwürde, das steht noch zu beweisen. Und die Führung desBeweises liegt hierbei den Vorkämpfern dieser Abknappungs-theorie ob. Ich bin überzeugt, sie werden hierbei den kürzerenziehen. Denn das wohlfeile Räsonnement, das mit Hinblick aufdie einzelne Familie angeführt wird, taugt nicht, wenn es dasganze Volk gilt. Wahrlich, die soziale Frage wird in den meistenLändern viel eher durch kräftige Arbeit für die Verbesserungder Lage des Einzelnen und der Nation gelöst als durch dieEinschränkung der Volkszahl.
Schließlich muß auch als ein Mißgriff praktischer Art seitensder Neomalthusianer die Urteilslosigkeit erwähnt werden, diediese Propaganda auszeichnet — übrigens ein gemeinsamer Zugfür alle Gesellschaftsverbesserer. Sie predigen ihre Lehre zu jederZeit und an allen Orten und meistens Völkern mit verhältnis-mäßig niedrigerer Nativität. Mögen sie ihre Missionstätigkeit inChina, Indien und Rußland ausüben, dort können sie vielleichtGutes tun. Allein zu den westeuropäischen Völkern zu gehen,bei welchen Nativität und Fruchtbarkeit von selbst in der Ab-nahme begriffen sind, ist höchst unmotiviert und obendrein sehrgefährlich. Denn die Entwickelung der Menschheit beruht vorallem auf diesen Völkern.
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Die Wirkungen und Gefabren des Zweikindersystems. Be-züglich der Folgen des Zweikinclersystems kann man sowohl aufdas Zeugnis der Geschichte wie auf eine vor Augen liegendeErfahrung hinweisen. In der ersteren Beziehung sind es dasGriechenland und Rom des Altertums, die uns ihre Lehren dar-bieten. In Griechenland war zu Polybius' Zeit,' wie dessen oftzitierte Worte ergeben, das Zweikindersystem unter den FreienVolkssitte. Das Bild, das sie zeichnen, ist so typisch, daß es
i) Ein historisch bekannter Fall, wo der Einschränkung der Volkszahl höhereArbeitslöhne folgen, ist England nach der Schwarzen Pest (1350). Wahrscheinlichwürde auch eine Einschränkung der Volkszahl in Indien, wie im allgemeinen in dichtbevölkerten Ländern mit ausschließlichem Ackerbau, wo jeder für seinen Lebensunterhaltauf den Ertrag des Stückchens Land, das et besitzt, angewiesen ist, allen zum Frommengereichen.