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politischen Kämpfen hatten, durch Volksgedränge verursachtworden. Sowohl die Bevölkerung der Welt und die Verbreitungder Kultur, wie die großen Bewegungen, die wir Völker-wanderungen nennen, haben hierin ihre treibende Kraft gehabt.Aber auch die Auswanderung der Gegenwart aus Europa undChina hat mindestens teilweise darin ihren Grund. Den einzigensicheren Fall in Europa bietet Irland nach der Kartoffelkrankheit1845 dar, obschon auch hier politische Ursachen mitwirkten, undmöglicherweise das heutige Italien. Was Schweden betrifft,kann es wohl, flüchtig betrachtet, so aussehen, als wenn seinegroße Auswanderung seit 1860 eine Äußerung der Übervölkerungwäre. Untersucht man aber die Sache näher, so kommt manzu einem wesentlich anderen Resultat. Zwar wurde die Be-wegung durch die Mißjahre 1867 und 1868 und die momentaneÜbervölkerung, die hiermit folgte, geweckt. Doch ist zu erwägen,daß weder das Schweden von 1860 andere Anzeichen einer ab-soluten Übervölkerung darbietet, noch die Emigration trotz desstarken ökonomischen Aufschwunges, der gleich darauf erfolgte,abnahm. Diese Tatsache, daß die Emigration in der folgendenZeit sich fortsetzte, obwohl der Nahrungsspielraum und derWohlstand ungeheuer gestiegen waren, charakterisiert dieschwedische Emigration in den 70er Jahren und später als eineÄußerung einer höchstens relativen Übervölkerung oder desStrebens, eine schon vorher verhältnismäßig hohe Lebenshaltungnoch mehr zu erhöhen. Die Arbeitslöhne in Schweden sindaugenblicklich höher als in Ländern des Kontinentes, möglicher-weise mit Ausnahme Frankreichs. Deshalb ist diese Emigrationam ehesten eine Wirkung der sich in dem schwedischen Gemein-wesen so stark zu erkennen gebenden Bewegung nach oben.Kann man nicht in anderer Weise zur LIerrschaftsstellung oderim allgemeinen zur Selbständigkeit kommen, so reist man nachAmerika mit dessen vielen Möglichkeiten, in der Hoffnung, dortdie Gesellschaftsleiter emporsteigen zu können. Die Emigrationist in Schweden in mehr als der Hälfte aller Fälle eine Formdes sozialen Umsatzes, woran nicht die Übervölkerung schuld ist,sondern die Unmöglichkeit, in der Heimat den ersehnten Über-gang in eine höhere Klasse, die der Herren oder Bauern, be-werkstelligen zu können. Die andere Hälfte wiederum bestehtaus solchen, die von Verwandten entboten oder geholt werden.Die schon große schwedische Bevölkerung in Amerika wirkt als