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Der Adel Schwedens (und Finlands) : eine demographische Studie
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Die Fehler und Irrtümer des Neomalthusianismus. Ob-

schon die Kritik der Lehre von Malthus auch den Neomalthusia-nismus trifft, kann man doch nicht unterlassen, diesen infolge derbesonderen Auslegung der ersteren, die er enthält, der Konse-quenzen, die er daraus zieht, und der Art, wie er dieselbe ver-kündet, einer genaueren Untersuchung zu unterwerfen.

Unter den von den Neomalthusianern mit Vorliebe ange-wendeten Argumenten, ist die drohende Gefahr der Über-völkerung das am nächsten liegende. Unter Hinweis auf diein den letzten hundert Jahren in Europa stattgefundene großeYolksmehrung wird die drohende Perspektive, die sie in Aussichtstellt, hervorgehoben. Man rechnet aus, die Volksmenge würde sichnach hundert Jahren mehr als verdoppeln, nach weiteren hundertJahren vervier- und verfünffachen und so weiter, bis unser Planetnach ein- oder zweitausend Jahren wie ein Ameisenhaufen vollMenschen wimmele. Man merkt nicht, daß diese Zahlengymnastikbeinahe auf ein Haar dem bekannten Rechenexempel gleicht,daß eine Mark, bei Christi Geburt zinsbar angelegt, augenblicklichden Reichtum der ganzen Welt übersteigen würde. Allein eben-sowenig wie jemand im Ernst an die Möglichkeit glaubt, daßman durch dieses -einfache Mittel uns zu dem reichsten AAlke derWelt machen könne, ebensowenig braucht man zu befürchten,daß die Volksvermehrung ins Unendliche wachsen werde. Dadie Menschen bisher dieser Gefahr entgangen sind, so werdensie dies wohl auch in der Zukunft. Vor allem ist es überflüssig,sich darüber zu sorgen, was in dieser Beziehung in einigenhundert oder tausend Jahren geschehen wird. Hier gilt mehr-als sonst der Satz, daß jeder Tag seine Sorgen hat. AVir denkenhöchstens an Wohl und Wehe unserer Kinder und sorgen fürsie, darüber hinaus aber für die Nachkommen in entfernterenGliedern niemals. Warum sollen wir in diesem Falle weitergehen? Dazu ist kein vernünftiger Grund vorhanden.

Besser als diese auf eine weit abliegende Zukunft zielendeBerechnung sind die aus Verhältnissen der Gegenwart geholtenArgumente, wie die bei den meisten Völkern vorkommende Aus-wanderung- und Armut eines Teiles. Diese beiden Erschei-nungen können als Äußerungen einer Übervölkerung gedeutetwerden, die durch eine Begrenzung der Bevölkerungszahl ver-schwinden würden. Unzweifelhaft sind in älterer Zeit Aus-wanderung und Wanderung, wo sie nicht ihren Grund in