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Der Adel Schwedens (und Finlands) : eine demographische Studie
Entstehung
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in welcher der Geschlechterumsatz in der gebildeten Klasse vorsich geht, wissen.

Das Aussterben der Geschlechter ist also der Hauptweg,auf welchem sich der soziale Umsatz vollzieht. Über die Ur-sachen dieser Erscheinung ist in dem Vorhergehenden genügendgesprochen. Sie lassen sich zusammenfassen in: abnehmende Fort-pflanzungsfähigkeit und Zölibat, wozu noch mit steigender Kulturdie freiwillige Bcgrenziuig der Größe der Familien kommt. Diebeiden ersteren sind im Vorhergehenden behandelt. Die letztere,die jetzt in den zivilisierten Ländern allgemeine Volkssitte zuwerden droht, verdient ein Kapitel für sich.

Das Aussterben der Geschlechter in den höheren Klassenberührt nämlich nicht allein diese Klassen, sondern auch dasVolk in dessen Gesamtheit. Der soziale Umsatz ist unzweifelhaftgut und nützlich. AVenn er aber ein gewisses Maß überschreitetund die Blüte der Kraft der Nationen allzustark zerstört, so kanner ein Reigen mit dem Tode werden, in welchen das ganzeVolk mit hineingezogen wird. Für zwei Völker ist, wie mirscheint, die Gefahr davor keine geringe, für das französische und -das amerikanische. Das letztere kann sonderbar klingen, dennwenn irgend ein Volk jung ist, so ist es ja dieses. Augenblicklichist es jung, aber es hat schnell gelebt und dessen gebildeteKlassen in den Staaten des Ostens tragen schon in vielem dieZüge der verlebten Völker. Die Nativität ist in diesen Klassenaußerordentlich gering und die Sterilität sehr groß. Hierzukommt, daß der amerikanische Geist mit seinem intensiven goahead ungeheuer viel Nervenkraft erfordert, woraus wieder ab-nehmende Fruchtbarkeit und Sterilität folgt. AVäre nicht dergroße Einwandererstrom, so wäre die weiße Bevölkerung in denVereinigten Staaten schon längst auf denselben Punkt gekommenwie die französische.

Ich will indessen nicht prophezeien, und am allerwenigsten,wo die Prophezeiungen Unheil verkünden. Niemand weiß übri-gens, welche Veränderungen in der Entwickelung eintreffenkönnen, wenn die Menschen sich einmal der Gefahr des Weges,auf dem sie sich befinden, bewußt sind. Was gleichwohl füralle Zeiten feststehen dürfte, ist, daß die historischen Ge-schlechter ständigen Gefahren ausgesetzt sind, und daß derAufstieg zu den Höhen der Gesellschaft gewöhnlich, wenn nichtimmer der Weg aus dem Leben ist. Nicht ohne Wehmut