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hält Georg Hansens bekannte Arbeit „Die drei Bevölke-rungsstufen".
Es dürfte überflüssig sein, hier über die Theorie Hansens,sowie über die Kritik, der sie ausgesetzt gewesen ist, zu be-richten. Sein Buch bleibt trotz der schwachen empirischen Unter-lage für den großen Bau (das supponierte Aussterben der Stadt-bevölkerung) und ungeachtet mehrerer großer Mängel desselben(wie Identifizierung der Stadtbevölkerung mit der höchsten Klasse,Überschätzung der Stärke des abwärtsgehenden Stromes u. s. w.),doch stets ein Grenzstein auf dem Wege zu einer tieferen Ein-sicht in diese Dinge. Es fehlt indessen noch viel, bis wir sow T eit sind. Die folgenden kurzen Bemerkungen machen auchnicht den Anspruch, etwas anderes zu geben als eine orientierendeÜbersicht über den sozialen Umsatz in einer seiner Äußerungen,nämlich als Standeszirkulation, dem Übergange von einerKlasse in die andere, oder näher bestimmt, von den niederenKlassen in die höchste. Wir wollen nur die Erfahrungen, diedas Studium des lebenden wie des ausgestorbenen Adels in dieserHirisicht gegeben hat, verwerten.
In der Einleitung oben erinnerten wir bei der Rede vomUrsprung der Stände und Klassen an den Unterschied zwischendiesen als soziale Organisationen und als Bevölkerungsgruppen.Die Stände und Klassen als soziale Bildungen sind durch diesozialen Aufgaben, sowie durch die Forderung einer Arbeits-teilung seitens der Kultur hervorgerufen. Die bewußte Tätigkeitder Individuen hat hierbei eine untergeordnete Rolle gespielt.Die Stände und Klassen als Bevölkerungsgruppen dagegen sindProdukte des allgemeinen Konkurrenzkampfes zwischen den In-dividuen. Denn auf diesem beruht es, welche Individuen undGeschlechter sich ursprünglich über die Masse erhoben haben,und welche dann fortwährend aus dem unteren Lager des Volkesin die oberen emporsteigen. Die soziale Differenzierung in Ständeund Klassen hat deshalb stets einen inneren Umsatz und eineinnere Bewegung zwischen diesen Klassen im Gefolge. Zwarhaben, wie wir aus der Geschichte wissen, alle Aristokratien dieseBewegung nach Kräften zu hemmen und einzuschränken gesucht.Die Geschichte lehrt uns aber auch, daß dies niemals gelungenist, und zwar aus zwei Gründen: dem unbezwingbaren Strebender niederen Stände emporzukommen, und dem Aussterben deralten Geschlechter. Zu allen Zeiten hat somit ein Austausch