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sie das, so wäre das Urteil über sie einfach und klar. Aber nunist sie nur ein hervorragender Teil des ganzen Volkes. Ausdiesem ist sie hervorgegangen und aus diesem rekrutiert sie sichununterbrochen. Die höhere Klasse in den Gesellschaften derJetztzeit ist, demographisch gesehen, überwiegend eine Fruchtder Standeszirkulation. Aber diese Bewegung muß notwendigunter gewissen Verhältnissen eine große Menge Personen dergenannten Klasse zu Zölibat und späten Ehen verurteilen, wieauch andrerseits bei furchtsamen Gemüter die Angst vor großenFamilien erwecken. In jeder Gesellschaft ist nämlich für dieseKlasse der Platz sehr eng begrenzt. Sobald deshalb der Zu-fluß von unten so groß ist, wie es in Schweden der Fall ist, sowird das Gedränge in derselben unerträglich und infolgedessenEhen und Geburten eingeschränkt. Betrachtet man diese Er-scheinungen in der eben angedeuteten Art, so erhalten sie teil-weise ein anderes Aussehen. An sich sind sie zwar Degenerations-phänomene ; und die Geschlechter, in welchen sie vorkommen,sterben aus. Aber im Zusammenhange mit dem inneren sozialenUmsatz betrachtet, müssen sie als Äußerungen eines natürlichenund — wenn er nicht zu weit getrieben wird — gesundenProzesses im Leben des Volkes betrachtet werden. Denn wiebeim Wachsen eines Baumes ältere Sprößlinge absterben, währendneue hervorsprießen, so ist es auch im Volke und bei dem sozialenUmsätze in demselben.
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Die höheren Klassen an der Spitze der Entwickelung.
Wie wir gesehen haben, unterscheiden sich der Adel und diehöhere Klasse in demographischer Beziehung nicht dadurch vomganzen Volke, daß sie in einer anderen Richtung gehen alsdieses. Beide folgen denselben Wegen, aber die ersteren sindein Stück weitergekommen als die Masse des Volkes. Dies istim Grunde genommen der ganze Unterschied. Man kann dem-nach folgende Parallele aufstellen: die höchsten Klassen ver-halten sich in bevölkerungstheoretischer Beziehung zumübrigen Volke wie die Jetztzeit zu älteren Zeiten. Mitanderen Worten: sie gehen an der Spitze der Entwickelung. DieZiffern für Heiraten, Geburten und Sterbefällen, die für das ganzeVolk jetzt gelten, haben für die höheren Klassen früher gegolten.Das ist eine merkwürdige und bedeutsame Tatsache. Aber wichtigerals sie sind die Aussichten für die Zukunft, die sie zu eröffnen