Neunzehntes Kapitel.
Unfruchtbarkeit und Größe der Familien.
Kinderlosigkeit. Kinderlosigkeit und Unfruchtbarkeit sindzwei verschiedene Erscheinungen, die gleichwohl oft so mit-einander verschmelzen, daß wir keine Möglichkeit besitzen, siezu trennen. Die Unfruchtbarkeit ist nämlich eine besondere Artder Kinderlosigkeit, deren Vorhandensein der Statistiker erst mitder Zeit erfährt. Dies veranlaßt uns, erst der allgemeinen Er-scheinung der Kinderlosigkeit einige Worte zu widmen. Ihr Vor-kommen in relativen Zahlen war folgendes:
Kinderlose Ehen.
in °/ 0 allerAl ter der Ehen in Jahren
o—2 2—5 5—1<
0/ 0/ 0/
/ 0 / 0 / 0
Bestehende Ehen 70,50 22,41 15,6t43 ?7 7
10—15
0/
10
17,81
0
W *-
1
20—25011012,06
25 —CO
%10,42
0 — CO0/
' ()•8,U
ig,86
17,01
00cu
13,82
20,80
36.13
Betreffs der ersten Alter geben uns diese Ziffern gewisser-maßen die Kehrseite der Fruchtbarkeit. Die Kinderlosigkeit, dieder Anfang der Ehe ist, sinkt bis zur Gruppe 10—15 Jahre indemselben Maßstabe, wie die Fruchtbarkeit sich entwickelt. Dannwird sie ungefähr konstant. Die kleinen absoluten Zahlen, dieauch die Hin- und Herschwankungen verursachen, verbietenindessen andere Vergleiche als die schon oben gemachten. Hiersei nur wieder auf die charakteristische Verschiedenheit aufmerksamgemacht, die zwischen den aufgelösten und den bestehenden Eheninbezug auf die erste Entwickelung der Fortpflanzung herrscht.Dieser Unterschied tritt in den vorstehenden Ziffern noch deut-licher hervor Jils durch die Kinderzahl (oben p. 247).