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Der Adel Schwedens (und Finlands) : eine demographische Studie
Entstehung
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keine im Alter passenden Kontrahenten vorhanden sind, oderweil das Geschlecht nur aus einer Familie und einigen altenResten anderer besteht. Aus dieser niedrigen Zahl Heiraten imeigenen Geschlecht darf man jedoch keine Schlüsse betreffs desUmfangs der Geschwisterehen mütterlicherseits, und also ebenso-wenig betreffs deren Vorkommens im Adel im allgemeinen ziehen.Obsclion, wie gesagt, eine besondere Untersuchung darüber fehlt,so können wir doch aus der Statistik über die Ehen, die untenfolgt, den Schluß ziehen, daß solche Fälle häufig vorkommenmüssen. Der Adel ist in sehr großem Umfang untereinanderverwandt, und besonders früher, wo Ehen mit bürgerlichen Frauenselten waren, war er es beinahe durchgehends. Jedes ältereAdelsgeschlecht ist mit vielfachen Blutbanden an jedes anderegeknüpft gewesen und ist es auch heute noch. Dasselbe kannman indessen, wie ich früher entwickelt habe, wenn auch ineinem viel geringeren Grade, von der ganzen gebildeten Klasseund in letzter Reihe vom ganzen Volke sagen.

Lassen wir den physiologischen Gesichtspunkt beiseite undberücksichtigen nur den sozialen, d. h. das Heiraten in undaußerhalb des Adels, so reicht das Material, sowie auch dieStatistik über dasselbe vollständig aus. In den Generaltabellenüber den Adel (Anh. Tab. IIII) sind die Heiraten im Adelsowie die zwischen Adligen und Bürgerlichen ziemlich vollständig-angegeben. Diese Statistik ist von großem kulturhistorischem undsozialem Interesse. Sie zeigt, inwieweit der Adel sich als eine Klassefür sich zu erhalten sucht, und in welchem Unifange er schon mitanderen verschmolzen ist. Ehemals wurde, wie bekannt, ein Hei-raten außerhalb des Kreises des Adels für entehrend gehalten.Gesetzlich verboten war es zwar in Schweden niemals, aber lautden adligen Privilegien (von 1569 und 1622) hatte es weitgehendebesitzrechtliche Konsequenzen, welche dasselbe natürlich in hohemGrade erschwerten. Mit der sogen. Freiheitszeit (17 191772), oderschon etwas früher, verloren indessen alle derartigen Bestim-mungen ihre Kraft. Die beständigen Erhebungen in den Adelstand,vor allem aber das Wachsen des Reichtums und Ansehens einerbürgerlichen Herrschaftsklasse führten das mit sich. Die alten Sittenhielten jedoch lange gegen die nivellierenden Tendenzen der Zeitstand, so daß erst 1809 eine wirkliche Verschmelzung des Adels mitden übrigen höheren Klassen von statten ging. Jetzt existierendiese Vorstellungen von höherer und niederer Geburt nicht mehr