er allgemein mit solchen Mängeln behaftet sei, obschon man Grundzu der Annahme hat, daß derjenige, der diese Beobachtungen ge-macht oder zu machen geglaubt hat (Mirabeau), das Opfer einervergrößernden Augentäuschung gewesen sei'). Denn man hatsonst nicht vernommen, daß die Mitglieder des Adels oder derhöheren Klassen solche Deg'enerationszeichen an sich trügen.Jedenfalls ist dies bei den adligen sowie nichtadligen schwedischenhistorischen Geschlechtern, mit einzelnen Ausnahmen, nicht derFall. Ebensowenig sind die schwedischen Adelsgeschlechter der-jenigen Depraration der Sitten verfallen, die die zweite Form derDegeneration bildet. Natürlich sind einzelne Ausnahmen hiervonvorgekommen, aber sie sind keineswegs zahlreich. Die äußerenVerhältnisse sind auch der Entwickelung solcher Anlagen, wennsie vorhanden gewesen wären, nicht günstig gewesen. DieseGeschlechter haben im allgemeinen keine großen Reichtümer,den rechten Boden für Samen dieser Art, besessen. Und siehaben einem protestantischen Volke mit strengen Sitten in allen,außer was Trunksucht betrifft, angehört. Aber die Libationenbei den Gastmählern der höheren Klassen in älterer Zeit sindsicher nicht schlimmer gewesen, als die beständige Trunksucht inden breiten Lagern des Volkes unter der Herrschaft des Brannt-weinkessels. Beides gehörte zu den Sitten der Zeit, und obschonunzweifelhaft schädlich, können sie nicht als ein Zeichen von De-pravation oder der inneren Zügellosigkeit, die eine Form der De-generation bildet, aufgefaßt werden. Die Degeneration, die hierzu Tage tritt, ist ausschließlich eine Degeneration der Repro-duktion, eine Schwächung der Fortpflanzungskraft. Denn darausmuß nicht allein verminderte Fruchtbarkeit und Sterilität, sondernauch große Sterblichkeit in jungen Jahren für die Nachkommen-schaft folgen. Die immer wenigeren Kinder, die geboren werden,werden schwach und weniger widerstandskräftig.
So weit glaubt man in der Erklärung der oben dargestelltenTatsachen kommen zu können, ohne sich in der Dunkelheit zuverlieren. Aber der niemals ruhende Forschergeist gebietet, weiterzu gehen und die Ursachen der Ursache oder der jetzt gezeich-neten Degeneration zu suchen. Denn sie selbst ist offenbar nureine Folge anderer, vorzugsweise von außen wirkender Kräfte.Hierbei fehlt uns jedoch jeder sichere Leitfaden. Es bleiben uns
i) Benoiston de Chateauneuf, Ang. Arb., S. 771.
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