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scheint dies die einzige annehmbare Deutung dieses seltsamenPhänomenes zu sein. Wie man dasselbe im übrigen erklären soll,dies zu bestimmen ist die Sache der Physiologen. Die Frage istwohl die, ob Aristoteles' Auffassung von der Rangleiter derSchöpfung, laut welcher der Mann die oberste Stufe derselbenist, mit den Erfahrungen der Entwickelungslehre übereinstimmt.Die charakteristischen Unterschiede zwischen Mann und Weib,die die moderne Statistik aufhellen, sprechen eher für als gegendiese Auffassung.
Wie natürlich, geht der betreffende Degenerationsprozeß inden verschiedenen Geschlechtern in verschiedenem Tempo vorsich. Dies ist — abgesehen von den äußeren und zufälligen Ur-sachen des Unterganges — der Grund, warum die Gliederketteeine verschiedene Länge hat. Meistens ist sie ganz kurz underreicht selten fünf, sechs oder mehr Glieder. Aber stets, wenndies eintrifft, gibt sich ein entsprechendes langsameres Tempo imAuftreten des Degenerationsphänomenes zu erkennen. Hiermithängt auch zusammen, daß die fernere wahrscheinliche Lebens-dauer, wie wir oben (Kap. VII) gefunden, mit dem Alter wächst.Die meisten Geschlechter sterben vor dem vierten Gliede von ihremAuftreten als historische Geschlechter entweder, weil sie so kleinsind, daß sie zufälligen Unglücksfällen zum Opfer fallen, oderweil sie die Umwandlung von niedrigerer zu höherer Kultur nichtauszuhalten vermögen, sondern der Degeneration anheimfallen.Diejenigen dagegen, denen es gelungen ist, dies zu überwindenund sich den Lebensgewohnheiten einer höheren Kultur anzu-passen, zeigen dann eine größere Widerstandskraft gegen diezerstörenden Mächte und erzielen auch größere Lebensaussichten.
Ebenso unbestreitbar also, wie dieser Prozeß zu sein scheint,ebenso klar ist auch, daß die dabei auftretende Art der Degene-ration nur auf die Reproduktion beschränkt ist. Ich habe zwarkeine statistischen Daten als Beweis dafür anzuführen, daß dieaussterbenden schwedischen Adelsgeschlechter in keiner Be-ziehung - solche Anomalien und Mängel darbieten, wie sie diedegenerierten der Psychiater kennzeichnen, Mißbildungen und aus-geprägte Anlagen für Geisteskrankheiten und andere schwereNervenkrankheiten — aber ein genügender Beweis dafür ist der Um-stand, daß man niemals hat davon reden hören. Denn eine solcheSache würde der allgemeinen Aufmerksamkeit sicher nicht ent-gangen sein. Von dem Adel Spaniens wurde es einmal gesagt, daß