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Der Adel Schwedens (und Finlands) : eine demographische Studie
Entstehung
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nicht; dann die moralische Degeneration, die sich durch Alkoholis-mus und Zügellosigkeiten aller Art verrät und als Deprarationcharakterisiert werden kann. Endlich die dritte und letzte Formist die, die sich wesentlich nur in mangelnder generativer Kraftmit keiner oder schwacher Nachkommenschaft, also in geringerFruchtbarkeit, Sterilität und Tod in jungen Jahren offenbart. Dieerste dieser Formen begreift zugleich die zweite und dritte, diezweite auch die letzte in sich ein, aber diese steht für sich alleinda, ohne die beiden anderen im Gefolge zu haben. Mit der erstenArt der Degeneration beschäftigen sich hauptsächlich die Psychiater.Der zweiten haben sich Moralisten und Dichter angenommen.Die dritte Form ist diejenige, die wir bei den hier studiertenschwedischen Adelsgeschlechtern und den vielen tausenden anderenGeschlechtern der gebildeten Klassen, die aus demselben Anlasseaussterben, finden.

Denn obschon ursprünglich skeptisch, bin ich durch dieseUntersuchung gezwungen wurden, mich der Auffassung anzu-schliessen, die in dem Untergange der höheren Klassen, wenigstensteilweise, eine Wirkung der Degeneration sieht. Als ich dieseUntersuchungen begann, war ich nämlich überzeugt, daß nuräußere Verhältnisse, und von inneren mehr konstanten nur dieAbgeneigtheit gegen die Ehe, schuld daran wären. Aber diestatistische Geschichte der lebenden wie der toten Geschlechterhat mich gezwungen, diese Auffassung aufzugeben und zu erkennen,daß außer den genannten Kräften auch in hohem Grade physio-logische wirksam gewesen sind, und wirksam gerade auf die fürdie Degeneration eigentümliche Weise, nämlich wachsend mit denGliedern. Die Abnahme der Fruchtbarkeit mit wachsender Glieder-zahl, die wir nicht nur bei den ausgestorbenen, sondern auch beiden lebenden Geschlechtern so deutlich konstatieren konnten,ebenso wie die große Sterblichkeit in jungen Jahren und die oftübermäßig große Sterilität sind unzweideutige Degenerations-phänomene. Und schwerlich kann man unterlassen, in dem merk-würdigsten aller Resultate, dem Wechsel im Geschlecht der Ge-borenen nach den Gliedern vorausgesetzt, daß dieser nicht, wiewir annehmen zu müssen geglaubt haben, auf einer Fehlerhaftig-keit der Quelle beruht einen Ausfluß dieses Prozesses zu sehen.In diesem Zusammenhange müssen die wachsenden Mädchen-geburten ebenso wie die anderen Veränderungen mit den Gliedernals ein Degenerationszeichen betrachtet werden. Wenigstens

Fahlbeek, Der Schwedische Adel. 11