eher als ein Rückschlag in ein niedrigeres Kulturstadium, eineForm von Atavismus, denn als Verfallsprodukt eines höherenStadiums aufzufassen. Auch können mit einiger Billigkeit nichtalle Formen der Nervosität, darunter die so gewöhnliche Neu-rasthenie, als ein Zeichen der Degeneration gestempelt werden.Die letztere dürfte in den meisten Fällen unter dem jetztherrschenden harten Kampfe um den Brotervverb und die Ehreerworben worden sein; und unsicher ist wohl, ob sie auf dieNachkommenschaft übergeht. Aber nicht weniger wichtig als dienötige Begrenzung des Begriffes Deg-eneration ist die Bestimmungihres Wesens und die Unterscheidung ihrer Arten. Die Auffassungder Psychiater über das' eine oder das andere geht aus unten-steher Charakteristik der Opfer der Degeneration von einem derSchriftsteller, die den Untergang der Geschlechter aus diesemAnlaß studiert haben, Paul Jacoby ganz deutlich hervor 1 ).
Die Degeneration zeigt sich in einem Untermaße physischeroder psychischer Kraft, das sich mit zunehmender Stärke vererbtund den Individuen nach mehreren oder wenigeren Gliedern diefür den Bestand der Geschlechter notwendige Lebensenergienimmt. Gegen diese allgemeine Bestimmung der Natur und desVerlaufes der Degeneration dürfte wenig einzuwenden sein.Schwerer ist es, die Formen derselben zu unterscheiden, denn sietritt nicht in einer Art und Weise allein, sondern in mehreren auf.Hiermit ist die Wissenschaft jedoch nicht fertig. Die oben angeführteCharakteristik der Degeneration scheint mir ebensowenig, wieirgend eine andere mir bekannte, die zuletzt genannten Ansprüchezu erfüllen. Für den Nichtfachmann, der die Sache ja immerleichter nimmt, sieht es aus, als könne man folgende Formenunterscheiden: erstens die physische Degeneration, die sich inMißbildung, vor allem aber in ererbten neuropathischen Zuständenzu erkennen giebt, mögen sie nun zum Irrenhause führen oder
i) Les familles en voie de degenerescense s'eteignent, en partiepar suite d'exces et de vices tels que: alcoolisme, debauche; en partie parle suicide, le crime, mais surtout par suite de defaut de vitalite, defautqui se manifeste par la sterilite, par une grande mortalite des enfantsen bas äge, et par des cas nombreux de mort prematuree en general, desorte que des nombreux enfants — on constate ordinairement chez lesmembres de ces familles, ä cote de la sterilite des uns, une grandefecondite des autres — il ne reste en vie que deux ou trois, les autresmourant en bas äge ou dans l'adolescence. Etudes sur la Selection danpces rapports arec l'heredite chez l'homme, Paris 1881, pag. 106.