Zehntes Kapitel.
Alter und Größe der lebenden Geschlechter.
Alte Geschlechter. Die Kultur ist nicht so jung, daß mannicht hätte erwarten können, unter den jetzt lebenden Geschlechterneine Menge mit uralten Ahnen zu finden. Bei einer Unter-suchung derselben erfährt man indessen zu seiner Überraschung,wie wenig alte Geschlechter in Wirklichkeit existieren. Dasälteste bekannte ist das Ivong-fu-tses, ungefähr 2400 Jahr alt;diesem soll im Alter zunächst das des Mikados von Japan kommen.In Europa sind die Geschlechter, deren Stammbaum mit Sicherheit800 Jahre zurückgeführt werden kann, leicht zu zählen: vielleichtzehn bis zwanzig, meistens fürstliche Geschlechter. Auch ganzwenige sind, ausser den genannten hauptsächlich deutschen unditalienischen Adelsgeschlechtern, die, die mehr als 600—700 Jahrerechnen. In Schweden ist es den Genealogen selbst mit denstärksten Ferngläsern der Forschung nicht gelungen, für mehrals zwei jetzt lebende Geschlechter, Bielke und Natt och Dagauf das 13., und für zwei andere, Bonde und Gyllenstierna zuLundholm auf die erste Hälfte des 14. Jahrhunderts zurück-zugehen. Die lebendige Geschlechtertradition beginnt auch fürdiese Geschlechter erst viel später. Das 15. Jahrhundert ist imallgemeinen die äußerste Grenze, . die die ältesten jetzt lebendenschwedischen Adelsgeschlechter erreichen; und von 615 „selbst-ständigen" Geschlechtern sind nur 48 mehr als 300 Jahre alt. Diegroße und noch heute mächtige Aristokratie Englands kann ihreStammbäume nicht auf die Zeit vor dem Kriege der beiden Rosenzurückführen; die ältesten verbleiben im allgemeinen in der ZeitElisabeths. Von uralten Ahnen zu reden, ist hier also wenig anseinem Platze. Die lebenden Adelsgeschlechter sind mit wenigenAusnahmen ziemlich jungen Ursprunges.