Diese Ziffern legen, besonders im Anfang, von einer ge-waltigen Fruchtbarkeit Zeugnis ab. Wir fanden die P'ruchtbarkeitin demselben Gliede bei den ausgestorbenen Geschlechtern schongroß, aber hieraus ersehen wir, daß unter anderen adligen Ge-schlechtern, den noch lebenden, eine noch größere vorhanden ge-wesen ist. Bedenkt man, daß eine große Anzahl der Ehen, aus denender obenstehende Durchschnitt hervorgeht, Wiederverheiratungenwaren, ferner daß die Totgeburten früher viel gewöhnlicher warenals heutzutage, so muß man über die Stärke, mit der diese Ge-schlechter ihren Eintritt ins Leben bewirkten, staunen. Abernach dieser ersten Kraftäußerung sinkt auch in den lebendenGeschlechtern das Maß der Fruchtbarkeit. Die Abwärtsbewegunggeht zwar bei weitem nicht so schnell vor sich, wie bei denausgestorbenen Geschlechtern, aber der Rückgang ist doch deut-lich. Dies ist höchst bedeutungsvoll. Denn es lehrt uns, daß diemächtigste der Kräfte, die den Untergang so vieler adliger Ge-schlechter verursacht hat, auch unter den lebenden wirkt. Dieverschiedenartige Stärke, mit der sie in den Geschlechtern wirkt, istwiederum ein Anlaß, daß gewisse fortleben, während andereschnell aussterben. Im übrigen ist es klar, daß das Maß derFruchtbarkeit nicht bei allen dasselbe ist. Die angeführten Zahlensind Durchschnittszahlen. Aber diese Durchschnittszahlen nähernsich nicht selten dem Typus, ein Umstand, der ihnen eine um sogrößere Bedeutung verleiht.
Eine andere wichtige Lehre, die wir aus diesen Ziffernschöpfen, ist die, daß das Maß der Fruchtbarkeit in denverschiedenen Gliedern nicht auf ihrer Lage in der Zeit,sondern auf ihrem Platze in der Gliederkette beruht.Die lebenden, hier nicht aufgenommenen Glieder dieser Geschlechtersind alle Zeitgenossen; auch das letzte oben angeführte Gliedgehört ungefähr derselben Zeit, nämlich der ersten Hälfte undder Mitte des 19. Jahrhunderts, an. Dasselbe gilt, im großenganzen, von jedem folgenden Gliede, das sich in gleicher Entfernungvon dem letzten in unserer obigen Tabelle aufgeführten Gliedebefindet, so daß z. B. der erste der Sechsgliedsgeschlechter zeit-lich ungefähr mit dem zweiten der Siebengliedsgeschlechter, demdritten der Achtgliedsgeschlechter, dem vierten der Neunglieds-geschlechter und dem fünften Glied der Zehngliedsgeschlechterzusammenfällt. Vergleicht man nun auf diese Weise derselbenobjektiven Zeit angehörende Glieder durch alle Geschlechter-