Ehelichkeit ist zwar, wie ein Vergleich mit den oben (S. 101)mitgeteilten Zahlen für Verheiratete und Unverheiratete im ganzenVolke für die Gegenwart ergibt, eine ziemlich geringe gewesen, siehat aber dagegen während der langen Zeit, die hier in Fragekommt, keine Veränderungen erlitten. Dies lehrt uns, daß derAdel in dieser Beziehung sein Leben für sich gelebt und seineHeiratsgewohnheiten, unabhängig vom Wechsel der Zeiten undtrotz der Veränderungen hierin in den unteren Schichten desVolkes, beibehalten hat.
Stellen wir wieder die eben mitgeteilten Zahlen mit denentsprechenden für die ausgestorbenen Geschlechter (S. 103) —natürlich mit Ausnahme des Endgliedes in den letzteren — zu-sammen, so erfahren wir, daß die Ehelichkeit in den lebendenGeschlechtern durchweg eine etwas höhere gewesen ist als in denerloschenen. Der Unterschied ist kein großer, aber er ist dochda. Wichtiger vielleicht als dieses ist, daß sich bei den lebendenGeschlechtern keine Spur einer Veränderung in einer bestimmtenRichtung zu erkennen gibt, während bei den ausgestorbenenwenigstens Ansätze hierzu vorzuliegen scheinen. Beide Unter-schiede sind bedeutungsvoll, wenn auch nicht durch ihre Größe,so doch deswegen, weil sie nach derselben Richtung deuten —geringere Lebensaussichten für die ausgestorbenen als für dielebenden Geschlechter. Die etwas geringere Ehelichkeit hat zueiner Schwächung der Widerstandskraft dieser Geschlechter gegenSchicksalsschläge das ihre beigetragen. Wir können somit schonhier einen ersten Grund zur Auswahl des Todes unter den adligenGeschlechtern sehen.
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Fruchtbarkeit. Wenn die Ehelichkeit in diesen Geschlechternein verhältnismäßig geringes Maß aufweist, so ist dies, wie nach-folgende Ziffern lehren, bei der Fruchtbarkeit nicht der Fall.
Anzahl lebendgeborener Kinder in den frucht-baren Ehen 1 ).
Glied
I
II
III
IV
V VI
Dreigl iedsgeschlech ter
5,3
Vierglieds- ,,
5,7
(4,5)
Fünfglieds- ,,
6,2
4.7
Sechsglieds- ,,
6 ,4
4 ,7
4,5
Siebenglieds- ,,
6,7
5.1
4,9
4,7
Achtglieds-
iß
5 1 4
5,4
4,9
4-4
Neunglieds- ,,
6,1
5-3
4,9
4,9
4-5 4,7
1) Die Zahlen der Zehngliedsgeschlechter sind 4 ,4 — 4,8 — 4 ,3 — 4,5 — 4 ,4 — 5,1und im siebenten Gliede (4,0). 9*