127 —
merkte man nicht, wie relativ wenige, der Anzahl nach gerechnet,die auf diese Weise gestorben sind, im Verhältnis zu den Tausendenund Abertausenden in jüngeren Jahren oder unbemerkten Stellungenwaren, die die Geißel des Krieges nicht auf diese Weise getroffenhat. Eine einzige, etwas umfangreiche Scharlachepidemie odereine andere Kinderkrankheit können in einigen Wochen ebenso-viele Leben rauben wie ein mehrjähriger Krieg, aber wir merkenwenig davon, weil die jungen Leben in unseren Augen nichtdenselben Wert haben wie die reifen. Dies kann eine Täuschungentgegengesetzter Art verursachen, aber sie beleuchtet und erklärtdie erstere.
Aus dem Angeführten geht hervor, daß der Tod im Kriegekeine besonders große Bedeutung für das Erlöschen der Adels-geschlechter in Schweden gehabt haben kann. Wir erfahrenzwar, daß in zusammen 59 Fällen die Geschlechter erloschensind, weil ihr letztes männliches Mitglied solchen Tod erlittenhat. Aber diese Zahl ist im Verhältnis zur ganzen Anzahl indieser Llinsicht untersuchter Geschlechter (1452) sehr mäßig. Unddie Totalsumme der im Kriege Gestorbenen in den Geschlechternist ja, wie wir eben gefunden haben, nicht groß. Außerdemdürfen wir nicht vergessen, daß Schweden nach 1721 keine sehrblutigen oder lange dauernden Kriege mehr geführt hat. Haupt-sächlich vor diesem Jahre hätte Krieg einen Grund für denUntergang der adligen Geschlechter abgeben können. Die meistenvon ihnen sind jedoch, wie wir oben gesehen haben, nach dieserZeit ausgestorben. Es waren in erster Reihe innere, aus derNatur und sozialen Stellung der Geschlechter herrührende Ur-sachen, die ihr Aussterben verursacht haben, nicht so sehr äußereZufälle und vor allem nicht gewaltsamer Tod im Kriege oderanderswie.