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Der Adel Schwedens (und Finlands) : eine demographische Studie
Entstehung
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Was wir im übrigen aus dieser Darstellung ersehen, ist zu-erst, daß die wachsende Zahl des weiblichen Geschlechtes offenbarein sehr wichtiger Faktor im Aussterben der Familien ist. Überall,wo wir sie ihrem Untergange nahe sehen, steht das weiblicheGeschlecht, gleich Unglück bringenden Nornen, mit einem be-deutenden Überschuß da. Das Erlöschen der Geschlechter da-durch, daß in einem Gliede nur Töchter zur Welt kommen, istja auch eine allbekannte Erscheinung und wohl der eigentlicheAnlaß dazu, daß in älteren Zeiten die Geburt von Mädchen mitschelen Augen betrachtet wurde, nach jetziger Auffassung eingroßes Unrecht, aber leicht erklärlich in einer Zeit, wo der Be-stand des Geschlechtes alles war, sowohl in dieser Welt, als auchdurch den Totenkultus für das Jenseits. Im ersten Abschnittdieses Kapitels haben wir gesehen, wie oft dies der Grund war,daß die adligen Geschlechter nicht einmal über das erste Gliedhinaus gekommen sind. Von den Eingliedsgeschlechtern gingenaus diesem Grunde 21,2 °/ 0 ein. Und ein Blick auf die Tabellenim Anhange zeigt, daß recht oft Ansätze zur Fortsetzung derGeschlechter vorhanden waren, daß diese aber, da es sich nurum weibliche Glieder handelte, nicht hierzu führten. So besitzenunter den Zweigliedsgeschlechtern nicht weniger als 51 wirklichein drittes Glied, aber ein weibliches und deshalb nicht mitzu-rechnendes; und ebenso verhält es sich in den übrigen Gruppenvon Geschlechtern. Eine der wichtigsten Ursachen des Aus-sterbens der Adelsgeschlechter und des Erlöschens anderer Ge-schlechter ist somit das Vorkommen zahlreicher weiblicher Nach-kommenschaft in den Geschlechtern, wenn man demselben auchnicht hierbei eine so entscheidende Bedeutung beilegen darf, wiegewisse Verfasser es getan haben.

Die Lehren, die wir aus den angeführten Zahlen ziehen, be-schränken sich nicht hierauf. Die letzteren verraten eine grad-weise Veränderung im Zahlenverhältnisse der Geborenen von ver-schiedenem Genus in den Geschlechtern mit mehr als zwei Gliedernin der Weise, daß das erste Glied vom Stammvater mit starkemÜbergewicht von Knabengeburten weit über das normale Maßhinaus auftritt, während die folgenden Glieder, wo ihre Anzahldies gestattet, in das entgegengesetzte Extrem verfallen. DieserWechsel in der Zahl der Geschlechter mit den Gliedernist sehr wunderbar. Die Regelmäßigkeit, mit welcher dieserWechsel eintritt, verbietet, darin ein Werk des Zufalles zu sehen.