diese Zahlen um so größer sein, je mehr junge Geschlechter sichunter der Masse des Adels befinden, und umgekehrt, um so kleiner,je mehr der Adel aus älteren Geschlechtern besteht. In den Zeiten, woder Adelstand fleißig durch neue Geschlechter rekrutiert wurde,muß daher auch der Abgang groß gewesen sein, jedoch, wie wir beieinem Blick auf die in der Anmerkung mitgeteilten Zahlen sofortfinden, nicht so, daß Zugang und Abgang in dieselbe fünfundzwanzig-jährige Periode fallen. In den Zeiten wiederum, wo das Adelnselten ist, oder, wie in der Jetztzeit, so gut wie aufgehört hat,bestehen meistens solche Geschlechter, die die kritischen drei erstenGlieder überlebt haben und also eine geringere Sterblichkeit haben.Dies ist die Erklärung des Unterschiedes in den Absterbezahlenzwischen früher und jetzt.
Allein wenn sich somit in den oben gegebenen Absterbeziffernkeine bestimmte Tendenz, und besonders keine auf den Zeitperiodenberuhende Abnahme der Sterblichkeit zu erkennen gibt, so bleibtdoch noch die Frage, ob sich die großen Verschiedenheiten, diezwischen einzelnen Zeitperioden existieren, nicht auf gewissehistorische Ereignisse zurückführen lassen, welche das eine Maleine große, das andere Mal eine geringe Sterblichkeit unter denadligen Familien verursacht haben. Eine Bestätigung wenigstensder ersteren Annahme meint man in der Sterbeziffer für diePerioden 1691 —1715 und 1716—1740 zu erblicken, wo dieSterblichkeit sowohl für die Geschlechter des niederen wie deshohen Adels ihren Höhepunkt erreichte. Man ist geneigt, sie mitden inneren Umwälzungen, die die große Reduktion herbeiführte,sowie den erschütternden Ereignissen, die der GroßmachtstellungSchwedens ein Ende machten (der Tod Karls XII. 1718) in Ver-bindung zu bringen. Und auf dieselbe Weise entsteht für dieadligen Geschlechter in derZeit von 1791 —1815, wo Schweden Fin-land verlor, ein anderes Maximum. Möglich ist es ja, daß zwischendiesen Umwälzungen und den Absterbezahlen ein innerer Zusammen-hang besteht. Mit Sicherheit können wir es aber nicht sagen.Denn auch ohne die genannten großen Ereignisse hätten dieAbsterbezahlen für die Perioden 1691 —1740 infolge des enormenZuflusses neuer Geschlechter seit 1641 ihr Maximum erreichthaben müssen. Dank diesem Zufluß, der in der Zeit von 1666—1690die hohe Zahl von 334 Geschlechtern niederen Adels erreicht,bestand der Adel genannter Zeit überwiegend aus neuenGeschlechtern, die laut der für die Geschlechter geltenden Ord-