Was nun bei der Betrachtung dieser Zahlen zuerst auffällt,ist, daß bei diesen keine so sichtbare Ordnung herrscht wie beider Sterblichkeit nach dem Alter. Sie steigen und fallen ohneein gewisses abgemessenes Gleichmaß. Für die adligen Geschlechterbeginnen sie mit einer sehr niedrigen Ziffer in der Periode von 1616bis 1640, steigen hierauf erst rasch, dann langsam, bis in derZeit von 1716—1740 das Maximum erreicht wird; darauf erfolgt einrasches Fallen, aber mit starken Hin- und Herschwankungen.Für die Geschlechter der höheren Stände ist die Sterblichkeit1691—1715 am größten, 1866—1890 am geringsten gewesen,aber auch hier herrschen starke Schwankungen. Der hieraus zuziehende Schluß ist der, daß in der Folge der Zeiten keine aus-geprägte Tendenz in der einen oder der anderen Richtung, seies die Sterblichkeit zu erhöhen oder zu erniedrig'en, vorhandenwar. Im großen Ganzen kann man zwar sagen, daß die Ge-schlechter zu den Zeiten, wo der Adel eine große Bedeutung'hatte und eine in jeder Hinsicht privilegierte Stellung besaß, ingrößter Menge ausstarben; daß sie sich dagegen in der Jetztzeit,wo zwischen dem Adel und den übrigen höheren Klassen keinUnterschied mehr ist, besser bewahren. Aber dies Urteil ist nichtbuchstäblich zu nehmen, weil viele und bedeutende Abweichungendavon vorkommen. Außerdem erklärt sich der genannte Um-stand aus der verschiedenen Alterszusammensetzung der Massedes Adels früher und jetzt. Denn infolge der Abnahme derSterblichkeit mit dem Alter, die wir eben gefunden haben, müssen
Gräfliche und freiherrliche Geschlechter.
Jahr
Zugang
In denGrafen- oderFreilierrn-standerhoben
Tot
Abgang
Durch-schnitts-zahl
Sterblich-keit0
/oo
1616—1640
9
3
2
10
0,5
211
1641 —1665
10
58
7
61
356
■97
1666 — 1690
61
41
16
86
736
218
1691 —1715
86
56
32
110
98,0
327
1716—1740
110
96
3&
170
140,0
257
1741 — 1765
I/O
39
2 4
185
177,5
135
1766 — 1790
185
64
45
204
194,5
231
1791 —1815
204
65
29
240
222,0
131
1816 — 1840
24O
40
35
245
242,5
144
1841 —1865
245
14
37
2 2 2
233,5
158
1866—1890
222
2
20
204
213,0
94
Der Ausgangspunkt ist auf das Jahr J 616 gesetzt, damit er mit dem Anfangeder sogenannten Großmachtstellung Schwedens zusammenfalle.