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Der Adel Schwedens (und Finlands) : eine demographische Studie
Entstehung
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Dies ist die wichtigste Lehre, die wir aus den angeführten Tabellenschöpfen. Wir werden sie im nachfolgenden auf das vollständigstebestätigt finden.

Die angeführten Uebersichtstabellen enthalten außer denKolumnen, mit denen wir uns bisher beschäftigt haben, nocheine die Kolumne der inunbekanntem Alter ausgestorbenen" Ge-schlechter. Sie legt zwar hauptsächlich nur von der Beschaffen-heit der Quellen Zeugnis ab, aber auch als solche hat sie für denStatistiker, der in allem Maß und Gesetzmäßigkeit sucht, ihrInteresse. Sie kann als Maßstab der Macht des Vergessens inden hier vorliegenden Zeiten betrachtet werden. Nur ein ge-ringer Bruchteil des Geschehenden wird von der Geschichte be-wahrt. Das meiste davon sind auch Kleinigkeiten, die es nichtverdienen, bewahrt zu werden, außer vielleicht, um das Lebeneiner vergangenen Zeit zu rekonstruieren. Aber auch große undwichtige Ereignisse geraten leicht in Vergessenheit. Das schließ-liche Schicksal dieser adlig'en Geschlechter war zwar für dieGesamtheit von keiner großen Bedeutung, aber in der Geschichteder Geschlechter ist es doch ein Kardinalpunkt. Und gleichwohlwar die Kenntnis hiervon nicht größer, als was diese Zahlenausweisen, obschon eine g-anze Behörde das Ritterhaus vor-handen war, um gerade diese Geschlechter zu überwachen.

Pulvis et umbra sumus,das ist die Moral, die wir aus diesen Zahlen, wie aus den anderen,wenn auch auf andere Weise und in einem anderen Sinne, ziehen.Aber dies trifft in dem vorliegenden Falle am meisten die Ge-schlechter des niederen Adels. Für die höheren Stände hat Klioein aufmerksameres Auge gehabt 1 ). Außer dieser Lehregeben uns die in unbekanntem Alter verstorbenen Geschlechternoch eine, nämlich die, daß auch da, wo man glaubt, daß derZufall souverän herrscht, in den Dingen ein Geist der Ordnung

i ) Als ein mahnendes Beispiel des' Vergessens mag ancli folgendes hier Platzfinden. Im Jahre 1900 erschien in der offiziellen Zeitung Schwedens ein vom Kirchen-rat in Upsala errichtetes Verzeichnis verwahrloster Grabstätten auf dem Kirchhof inUpsala mit der Mahnung, daß die zugehörigen Besitzer sich binnen Jahresfrist an-melden sollten, sonst gingen die Grabplätze an die Gemeinde zurück. In diesem Ver-zeichnis kamen unter vielen anderen die Namen von einem Erzbischof, einem Dom-probst, einem General, zwei Landespräsidenten, zwei Obergerichtsassessoren und vier-zehn Professoren, von denen einige mit sehr berühmten Namen vor. Alle diese wcrenin dem eben zu Ende gegangenen Jahrhundert feierlich da bestattet worden. Wahrlich die Toten begraben ihre Toten!