summen ausweisen, bedeutend geringer als unter den ersteren.So sind von den gezählten adligen Geschlechtern zusammen nur23,02 °/ 0 , von den freiherrlichen und gräflichen dagegen 40,16 °/ 0am Leben. In erster Linie ist man geneigt, diese große Ver-schiedenheit dem Umstände zuzuschreiben, daß die Geschlechterder höheren Stände, wenn man, wie hier, von der Erhebung inden freiherrlichen und gräflichen Stand rechnet, durchgehendsjünger sind. Denn je jünger die Geschlechter sind, umsowenigerTote rechnen sie und umso viel mehr leben noch. Bis zu einemgewissen Grade hat diese Erklärung des größeren Bestandes derGeschlechter der höheren Stände allerdings ihre Richtigkeit.Aber sie reicht nicht aus. Man braucht, um dieses zu finden,nur die relativen Zahlen für dieselben Zeitperioden in den beidenTabellen durchzusehen. Ueberall, wo die absoluten Zahlen nicht,als zu klein, dem Spiel des Zufalls ausgesetzt sind, zeigen dieTodeskolumnen, mit Ausnahme der drei letzten (1816—1890),kleinere und die der Ueberlebenden größere relative Zahlen fürdie freiherrlichen und gräflichen Geschlechter als für die desniederen Adels. Das verschiedenartige Walten des Todes in denbeiden Gruppen muß somit in der Hauptsache anderen Ursachenals dem niedrigeren Alter der ersteren zugeschrieben werden.Und wir greifen sicher nicht fehl, wenn wir sie in denselbenUmständen suchen, die so verhältnismäßig viele der ältesten Ge-schlechter bewahrt haben. Die freiherrlichen und gräflichen Ge-schlechter haben in ältester Zeit neben einer Aristokratie derGeburt auch eine des Reichtums gebildet. Aber der Reichtumin jenen Zeiten bestand hauptsächlich in Grundeigentum. DieseGeschlechter bewahrten deshalb, trotz der oben besprochenenallgemeinen Verwandlung des Adelsstandes, mehr oder wenigerden Charakter eines Landadels. Sie waren nicht einzig und alleinauf den Staatsdienst angewiesen, sondern haben daneben auchgroßen Grundbesitz besessen, und viele ihrer Mitglieder habenihr Leben auf dem Lande zugebracht. Dies hat die höheren Ge-schlechter aus früherer Zeit besser vom Untergange bewahrtals die des gemeinen Adels; die in diesem Jahrhundert kreiertenfreiherrlichen und gräflichen Geschlechter sind dagegen sehrwenig lebenskräftig gewesen, aber sie sind nicht wirkliche Ge-schlechter, sondern gehören anderen adligen Geschlechtern an(nach Regierungsform § 37) und sind obendrein überwiegend einDienst- und Llofadel gewesen. Ihre abweichenden Zahlen ent-
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Der Adel Schwedens (und Finlands) : eine demographische Studie
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82
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