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schlechter somit in unbegrenzte Zeiten, obschon allerdings nur vonder weiblichen Seite her, fortleben. Es dünkt einem gleichwohl,daß, wenn die Geschlechter auf der Mannesseite aussterben, siedies auch auf der weiblichen Seite in demselben Grade tun müssen,und daß, wenn man sie mitrechnete, ihre Lebensaussichten sichhöchstens verdoppeln sollten, nicht mehr.
Die zuletzt angeführte Betrachtungsweise ist selbstverständ-lich, wenn man die Nachkommen der weiblichen Seite ebensoauffaßt, wie die der männlichen Seite, oder wie ein weiblichesGeschlecht, das ausschließlich durch Mütter und Töchter fort-gepflanzt wird, wie das gewöhnliche Geschlecht durch Väterund Söhne. Untersuchungen hierüber würden mit Sicherheitzeigen, daß das derartig aufgefaßte weibliche Geschlecht nichtlanglebiger wäre, als das männliche, denn die Voraussetzungendafür, daß die Frauen sich verheiraten und Töchter bekommen,die ein reiferes Alter erreichen, sind nicht größer, als daß dieMänner heiraten und Söhne bekommen, die das Geschlechtfortpflanzen. Hier handelt es sich aber offenbar nicht umdas so aufgefaßte weibliche Geschlecht, sondern um dieweibliche Linie, die zuweilen endlose, durch die Spinnseitevermittelte Reihe Sprossen eines Stammpaares. Scheint das nichtzu beweisen, daß die Geschlechter nur scheinbar aussterben? Beinäherem Nachdenken wird man gleichwohl finden, daß dem nichtso ist. Die Erklärung der physiologischen Unsterblichkeit des Blutesoder der Erbmasse, um diesen Ausdruck zu gebrauchen, einesPaars Stamm vor eitern, und damit der physiologischen oder genea-logischen Existenz schon lange ausgestorbener Geschlechter inMassen lebender Individuen, ist in dem Übergange durch Heiratenvon einem Geschlecht in ein anderes zu suchen. Auf diese Weisekönnen Geschlechter beständig aussterben und ihre Erbmassedennoch beständig durch Einimpfung auf neue Geschlechter, daseine von dem anderen, fortleben. Sie leben nur in anderen Ge-schlechtern und unter anderen Namen. Es ist, als wenn man. sich einen tropischen Wald denkt, in welchem jeder Baum durchSchlingpflanzen miteinander verbunden ist. Die Bäume sterbenallmählich, einer nach dem anderen, ab, aber neue kommen anihre Stelle und die Lianen gehen auf sie über und verbinden aufdiese Weise die toten mit den lebenden, wie die lebenden unter-einander, so daß die Kette weder in der Zeit noch im Räumeein Ende zu haben scheint und der Wald ein einziges zusammen-