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hat somit nichts zu bedeuten, ganz abgesehen davon, daß wir,wie eben erwähnt, in der Regel nichts von dem Schicksal dieserillegitimen Linien, und somit auch nichts davon wissen, ob sieim allgemeinen die Geschlechter am Leben erhalten oder nicht 1 ).
Eine andere Anmerkung bezüglich des Erlöschens derhistorischen Geschlechter ist die, die von Ottokar Lorenz 2 )von allgemein genealogischem Standpunkte aus gemacht wird.Lorenz erkennt vollkommen den Unterschied zwischen dermännlichen Blutsverwandtschaftsgruppe, dem gewöhnlichen Ge-schlechte, und den übrigen Formen der Blutsverwandtschaft, derweiblichen Linie und der Ahnenreihe; er berührt desgleichen mehr-fach die Tatsache, daß die historischen Geschlechter allgemeinaussterben 3 ). Aber an anderen Stellen in seiner Arbeit, wo ervon der physiologischen, oder was dasselbe ist, von der allgemeingenealogischen Blutsverbindung und deren Fortleben in geradezuunbegrenzte Zeiten spricht, mengt er in die Darstellung dasgewöhnliche Geschlecht hinein, als gelte von diesem dasselbe 1 ).Daß dies ohne besondere Absicht zum Teil infolge der schwanken-den Bedeutung des Wortes Geschlecht geschehen ist, ist offen-sichtlich. Ich hätte also diese Anmerkung hier nicht erwähnt, wennsie mir nicht einen geeigneten Anlaß zur Erklärung eines solchenVerhältnisses, wie des oben über Gustaf Vasa und die von ihmstammenden Hunderte noch jetzt lebenden Geschlechter erwähnten,gegeben hätte. Es kann nämlich eingentümlich erscheinen, daßGeschlechter aussterben und ihr Blut, oder, um mit Lorenz unterAnschluß an die Weismannsche Erblichkeitstheorie zu reden, ihrephysiologische Erbmasse gleichwohl in Hunderten und Tausendenvon Individuen weiter lebt, durch welche die ausgestorbenen Ge-
1) Daß illegitime Geburt auf die physiologische Vitalität nicht schädlich ein-wirkt — trotz der größeren Sterblichkeit unehelich Geborener im zarten Alter, wasnicht hierher gehört — ist klar. Dies beweisen auch die Fälle, wo die unehelich Ge-borenen fortdauernd den höheren Klassen angehören und Seitenlinien bestehender Ge-schlechter oder neue Geschlechter bilden. Ein schlagendes Beispiel hierfür, obschonallerdings auf der weiblichen Linie, ist die oben (S. 37) genannte Fortpflanzung desBlutes Gustaf Vasas, die hauptsächlich durch die Töchter Eriks XIV. mit AgdaPehrsdotter vermittelt wurde.
2) Lehrbuch der Genealogie. Dieses in vielen Beziehungen lehrreiche undnützliche Buch sei besonders denen, die sich mit dem Erblichkeitsproblem befassen,als ein nützliches Gegengewicht gegen Einseitigkeit in dieser Frage, der sich viele(z. B. Ribot) schuldig machen, empfohlen.
3) Angef. Arb., S. 135, 472, 479 fr., 485 ff.
4) Angef. Arb., S, 328 f., 477 f. u. passim.