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Der Adel Schwedens (und Finlands) : eine demographische Studie
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solchen Geschlechtsbegriff in einem größeren Umfange, und nochweniger wenn es ein ganzes Volk betrifft, anzuwenden, da essich dann zeigen würde, daß die Geschlechter zu einer einzigenverwandten Masse verwachsen sind, in welcher jedes Individuumeiner Mannigfaltigkeit Geschlechter angehörte, und infolge desseneine unzählige Menge Doppelrechnungen entstehen würden 1 ).Unzweifelhaft ist in einem kleineren Volke, wie dem schwe-dischen, der größere Teil der gebildeten Klasse auf diese Weisemit einander verwandt und wird es, je länger die Geschlechteram Leben bleiben, noch mehr. Und durch die zahlreichenWurzeln, durch welche die Geschlechter der höheren Klasse mitden niederen Klassen, aus denen sie alle hervorgegangen, ver-bunden sind, ist das ganze Volk in einem viel höheren Grade,als man es sich gewöhnlich vorstellt, mit einander verwandt.Will man die Gruppe der natürlichen Blutsverwandtschaft deshalbin einem größeren Maßstabe zum Gegenstande statistischer Stu-dien machen, so muß man das Geschlecht nehmen, wie es seitseiner Aussonderung aus dem Stamme oder der Horde ist, alsodas historische Geschlecht, die Verwandtschaftsgruppe von Seitendes Mannes. Und soweit ich sehen kann, verliert man in demo-graphischer Beziehung im großen Durchschnitt nichts durch dieseBegrenzung, denn sämtliche statistische Beobachtungen, »die manan der doppelseitigen Verwandtschaftsgruppe machen kann, findetman in der einseitigen, dem gewöhnlichen Geschlecht, wieder.Nur beim Studium der Mysterien der Erblichkeit ist es not-wendig, den Nachkommen auf beiden Seiten, oder besser nochden Vorfahren nach dem Prinzip der Ahnenreihe geordnet, nach-zugehen.

Ein Umstand, der indessen bei einer demographischen Studieder Geschlechter eines Volkes oder einer gewissen Volksmassezu beachten ist, ist der, daß, wie die Verhältnisse jetzt liegen, woder Familienname der einzige sichere Anhaltspunkt bei der Be-

i) Um dies Verhältnis zu beleuchten, sei folgendes angeführt. Durch Ab-stammung von der weiblichen Linie, ursprünglich vermittelt durch die Geschlechter Hand,Frankelin, De la Gardie, AVernstedt, Yxkull und Strale af Sjöared, können von denetzt lebenden adligen Geschlechtern 42 gräfliche, 72 freiherrliche und etwa 100 adligeim ganzen und mehrere andere teilweise, sowie außerdem noch ,,hunderte bürgerlicheGeschlechter" ihren Stammbaum bis zu Gustaf Vasa (j- 1560) hinaufführen und bildendadurch zusammen einen einzigen Knäuel von Blutsverwandtschaft von ungeheuremUmfang.