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Der Adel Schwedens (und Finlands) : eine demographische Studie
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Gruppe, das Geschlecht, existiert für sie nicht. Dies ist eingroßer Mangel. Denn nicht nur, daß eine so wichtige Eigenschaftbeim Menschen, wie Herkunft und Blutsverwandtschaft, un-beachtet gelassen wird, auch die hochwichtige Erscheinung, dieich den sozialen Umsatz nennen will, und die in dem Aussterbender Geschlechter in den höheren Klassen und dem Entstehenneuer besteht und eine Bevölkerungsbewegung zwischen denKlassen von der größten sozialen und politischen Bedeutungbildet, bleibt unbemerkt. Durch diesen Mangel verharren wirschließlich in Unkenntnis über die Gesetze der Erblichkeit, derenKenntnis doch immer mehr unumgänglich notwendig ist, je mehrdie natürliche Auswahl in den zivilisierten Staaten eingeschränktwird. Man muß nämlich wissen, in wie weit gewisse krankhafteund verbrecherische Anlagen sich vererben, um durch eine ratio-nelle Ehegesetzgebung der Entartung des Geschlechtes vorzu-beugen. Unzweifelhaft wird deshalb die offizielle Statistik einmaleinegenaue genealogische Buchung zuerst der s. g. minderwertigenLeben und der Verbrecher und später wohl aller anordnen. Nochfür eine lang-e Zeit werden diese Eorschungen indessen einePrivatsache bleiben; aber es ist eine Freude, zu sehen mitwelchem Eifer man sich in der letzten Zeit dieser Aufgabe zuwidmen beginnt. Das Studium der Geschlechter- nicht dashistorische, sondern das demographische hat schon mehrerehervorragende Namen, wie Benoiston de Chateauneuf, PaulJacoby, H. Kleine, Alph. de Candolle, Francis Galton,A. Odin aufzuweisen. Und irre ich nicht allzusehr, so wirddieses Studium bald das beliebteste Feld für die private statistischeForschung werden. Augenblicklich lockt den Forscher vielleichtam meisten das so viel umstrittene Erblichkeitsproblem zu diesenStudien; später dürfte der obenerwähnte soziale Umsatz Anlaßdazu geben, wenn man erst einmal die volle Bedeutung desselbeneingesehen hat. Die alte Gruppe der Blutsverwandtschaft, dasGeschlecht, feiert auf diese Weise eine Art Auferstehung ausihrer tausendjährigen Gruft.

Falls man konsequent an der Blutsverwandtschaft festhält,um die Menschen darnach zu gruppieren, muß man freilich nichtbloß die männliche Seite, sondern auch die weibliche Seite ver-folgen. Eine solche Erweiterung des Geschlechtsbegriffes würde aberin der Regel eine statistische Auffassung der Blutsverwandtschaftzu einer Unmöglichkeit machen. Man ist außer stände, einen