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Der Adel Schwedens (und Finlands) : eine demographische Studie
Entstehung
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Gedächtnisses zu bewahren. Aber auch in der Vorzeit war dieErinnerung nicht imstande, die Ahnenlegende mehrere Gliederhindurch zu bewahren, falls nicht andere äußere Stützpunkte fürdie Tradition vorhanden waren. Der mächtigste ist hierbei ganzsicher die Verehrung der Vorfahren gewesen, wie in Griechen-land und Rom, oder wie noch jetzt in China und Japan. AndereMittel, die vorgekommen sind und bei den europäischen Völkernnoch jetzt demselben Zwecke dienen, sind der Besitz von Grundund Boden, der sich vom Vater auf den Sohn vererbt, weiterdas Entstehen von Wappen und des Adels, sowie vor allem dieAnnahme von Familiennamen.

Eine Menge Adelsgeschlechter des Mittelalters ist haupt-sächlich durch ihre Zusammengehörigkeit mit einem Landeigentumbekannt. In der Gegenwart kommen zuweilen Bauerngeschlechtervor, die die Kenntnis vergangener Glieder in eine recht langeVorzeit hinein auf dieselbe Weise aufrecht erhalten haben.Es wird somit ob mit Recht oder nicht, weiß ich jedoch nichtgesagt, daß gewisse norwegische Bauernfamilien dank ihrer Erb-güter ihre Vorfahren bis ins zwölfte oder dreizehnte Jahrhunderthinauf verfolgen können. Für die Geschlechter der Aristokratieist die Annahme von Wappen oder Wappenbildern, die im letztenTeil des Mittelalters in Schweden üblich wurde 1 ), sowie dieVerleihung der Ritterwürde und des Adels, womit gewöhnlicheine Art öffentlicher Registrierung erfolgte, allgemein eine festeStütze für die Bewahrung der Geschlechtstradition gewesen. Dasam allgemeinsten vorkommende Kennzeichen des Blutsbandes unterden Lebenden wie in den vergangenen Gliedern ist indessen derFamilien- oder Zuname. In Schweden bürgerte sich dieser Braucherst im 16. Jahrhundert unter dem Adel ein; von der tibrig - enBevölkerung wird derselbe angenommen, je nachdem sich einerüber die Masse erhebt, in die höheren Klassen eingeht und damiteine Familie in der weiteren Bedeutung des Wortes oder ein Ge-schlecht gründet. Dies ist nunmehr die einzige Art und Weisefür den Beginn von Geschlechtern und die Bewahrung von Ge-schlechtstraditionen. Nur diejenigen, deren Vorfahren einenFamiliennamen angenommen haben, haben in der Regel die Er-innerung an sie bewahrt; und nur diejenigen, die jetzt einen solchen

i) Das erste bekannte Wappen ist aus dem Jahre 1219. H. Hildebrand,Sveriges Medeltid, II, S. 569 ff.