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und Frauengunst oder zufälligen Diensten und Verwandtschaft zuverdanken, aber ihre Zahl verschwindet hinter der großen MasseGeadelter, welche diese Auszeichnung infolge persönlicher Ver-dienste. errungen haben. Im großen gesehen ist daher auch be-treffs des Adels der neueren Zeit die Rekrutierung durch Auswahlder Besten erfolgt. In der letzten Hälfte des 17. Jahrhundertswie während des größeren Teiles des 18. Jahrhunderts ist jederBürgerliche, der auf der civilen oder militärischen Beamtenlauf-bahn eine gewisse höhere Stufe erreicht hatte, oder der durchGeschäftstätigkeit und dergl. sich ein großes Ansehen als Bürger■erworben hatte, in den Adelstand erhoben worden. Offenbarhaben aber im großen Durchschnitt gerade diejenigen, die dieseHöhe der Beamtenleiter erklettert hatten, oder denen es gelungenwar, sich Ansehen und Reichtum zu erwerben, die Begabtestenrepräsentiert. Deshalb muß man einräumen, daß der Adelstand,wenn ihm in jener Zeit allerlei minderwertige Elemente zugeführtwurden, doch gleichzeitig das Beste erhielt, was die Nation anMensehenmaterial besaß; besonders wenn man hierher die Bischöferechnet, die den Adel wohl meistens nicht ihrer selbst, sondernihrer Kinder wegen annahmen. Man kann deshalb ruhig sagen,daß der Adel sich auch in neuerer Zeit aus der Blüte desschwedischen Volkes rekrutiert hat. Wahrscheinlich standenauch die demselben einverleibten Ausländer eher über als unterdem Mittelmaße der Tüchtigkeit.
Endlich fand innerhalb des Standes selbst eine Auswahlstatt, die denselben schon im Mittelalter in niederen und hohenAdel teilte, während diese Unterschiede in neuerer Zeit auf künst-lichem Wege durch die Grafen- und Freiherrnwürde sowie durchdie Klasseneinteiltung des Ritterhauses fixiert wurden. Hierdürfte indessen, infolge der geringen Größe der Masse, der per-sönliche Einfluß der Regenten, mehr störend gewirkt haben.Nichtsdestoweniger wird man wohl sagen können, daß diesehöheren Stände in ihren Stammvätern faktisch die quintaessentici des schwedischen Volkes — und zwar mit Bezug auf bürger-liche und politische Verdienste — repräsentiert haben. In ihrenverschiedenen Graden der Erhebung hat also die Rekrutierungdes Adels eine natürliche Auswahl mehrfacher Art gebildet.Wären nicht die Spuren der Ueberlegenheit der Stammväter beiden Nachkommen oft so schnell ausgetilgt worden — eine eigen-tümliche und für die Vererbungstheorie unbequeme Tatsache — so