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Der Adel Schwedens (und Finlands) : eine demographische Studie
Entstehung
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Unter allen Umständen wählte in jener Zeit das freie Spiel derin der Gesellschaft waltenden Kräfte unter der Masse der Bauerndiejenigen aus, die zu Edelleuten wurden. Nur dürfte zu be-merken sein, daß sich in jener Zeit infolge der Stärke derFamilien- und Geschlechtsbande ebenso sehr das Geschlecht alsGanzes, wie das einzelne Individuum durch die natürliche Aus-wahl über die Menge erhob.

Hierin wirkte die neue Art der Erwerbung des Adels durchkönigliche Nobilitierung (mit Eingang des 16. Jahrhunderts) offen-bar störend. Ein neues Moment kommt hinzu, die persönliche,formell allein bestimmende und auch tatsächlich sehr bedeutungs-volle Willkür der Regenten. Eine königliche Laune, eine per-sönliche Zuneigung oder eine zufällige Kameradschaft könnenjetzt über die Auswahl bestimmen. Hierzu kommt ferner, daßvor der Stiftung der Orden (Mitte des 18. Jahrhunderts) die Er-teilung des Adels die gewöhnliche Art und Weise war, wodurchdie Krone ihren Dank für geleistete Dienste verschiedener Art,darunter auch solche, die nicht an sich Proben persönlicher Ver-dienste waren, wie Geldvorschüsse und ähnliches, erzeigen konnte.Das Adeln wäre für das Königtum erträglicher, als die Hergabevon Geld und Gut; auch für das Land wäre es berühmlicher,wenn es mit Adel verstärkt würde", heißt es in einem Akten-stück aus der Zeit unserer Großmachtstellung 1 ).

Schließlich haben Familienverbindungen, oft ziemlich zu-fälliger Natur, durch Adoption, auch diese freilich auf königlicherGnade beruhend, manchen dem Adelstand zugeführt. Alle dieseUmstände haben natürlich dazu beigetragen, dem Adel in derzweiten großen Periode starken Zuwachses durch neue Geschlechter(1611-1809) Elemente zuzuführen, die vielleicht nicht dazu be-rechtigt gewesen wären, wenn die natürliche Auswahl allein derRichter hierüber gewesen wäre. Die Schriftsteller, die in dereinen oder anderen Hinsicht das Wort gegen den Adel ergriffenhaben, haben auch nicht unterlassen, hieraus Waffen für denKampf zu schmieden. Man hat den ganzen Stand um derentwillenherabgesetzt, die ohne eigenes Verdienst in denselben aufgenommen,worden sind.

Diese Betrachtungsweise ist jedoch ungerecht und vor allemkurzsichtig. Wohl haben nicht so wenige ihren Adel Herren-

1) Axel Oxenstjerna in einem Briefe an die Räte 1635.