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in den Reichstagen war die aristokratische Periode in SchwedensGeschichte für immer zu Ende. Merkwürdig ist zu beobachten,wie unter den größten Umwälzungen auf politischem Gebieteder soziale Ausgleich seit Ende des 17. Jahrhunderts ununter-brochen vorwärtsschreitet. Von der Selbstherrschaft (1680—1719)wird das Staatsschiff in die Ständeherrschaft (171g —1772), und■dann noch einmal in die Selbstherrschaft (1789—1809) geworfen,■bis die politischen Gegensätze im Jahre 1809 zu dem Gleich-gewicht des konstitutionellen Königtums gelangen. Auf dem so-zialen Gebiete ist dem nicht so. Dort geht, ohne Umstürze undRückfälle, die Abschreibung der Privilegien des Adels ununter-brochen fort. Die Standesgeschichte Schwedens seit der großenReduktion ist eine fortlaufende Nivellierung, die 1809, kann mansagen, zu Ende geführt ist.
Nach dieser Zeit und bis zur Einführung der neuen Re-präsentationsordnung 1865 bildet der Adel zwar ständig einViertel des Reichstages. Allein der Adel repräsentiert nunmehrnur im äußeren einen besonderen Stand; in Wirklichkeit ist ernur ein Repräsentant der höheren gebildeten Klassen. IhreInteressen sind nicht mehr andere als die der Gebildeten imallgemeinen. Was außer dem Repräsentationsrecht an Privilegiennoch übrig bleibt, ist nicht nennenswert; und von den Reich-tümern, die der Adel einmal besessen, ist nicht mehr viel übrig.Indessen, noch bestand das Recht des Adels, den einen der vierStände im Reichstag zu bilden, und dies war das letzte Opfer,das der Adel auf den Altar des Vaterlandes niederlegte. Damitwar die Mission des Adels im schwedischen Volke vollständigbeendigt. Die beiden letzten Akte, die freiwillige Entsagungvon den noch bestehenden ökonomischen Vorzugsrechten 1809und von den politischen 1865, bilden einen würdigen Abschluß•einer im ganzen schönen und ehrenvollen Geschichte.
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Das Urteil der Geschichte. Solange der Adel noch einen,wenn auch nur dem Namen nach, besonderen Stand bildete,waren die Urteile über seine Taten in der Geschichte Schwedenszugleich ein Widerhall der Stellung des Urteilenden zu denParteifragen des Tages. Alle Schriften über den Adel, die früherdas Tageslicht geschaut haben, waren Parteischriften. Meistens