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politischen Macht des Adels ein Ende, und Herzog Karls blutigeAbrechnung, 75 Jahre später, sichert die neue Ordnung der Dinge.Hiermit ist das aristokratische Regime in der eigentlichen Be-deutung dieses Wortes in Schweden zu Ende. Der Adel bewahrtzwar seine soziale Stellung weiter, aber mit seiner politischenUebermacht ist es für immer vorbei. Nach Karl IX. schließtsich der Adel der Krone an, wird ihr Diener und sichert dadurchauf einige Zeit seine Stellung gegenüber den übrigen Gesellschafts-klassen. Die soziale Uebermacht des Adels ist der kennzeich-nende Zug der inneren Geschichte unserer Großmachtzeit (1611bis 1718). Alle Aemter von einiger Bedeutung befanden sichin seinen Händen und ebenso der größere Teil des Grund undBodens des Reiches, wodurch die Zahl der eigenen Boden be-sitzenden Bauern bedeutend sank. Auch Bürger und Priesterhatten, jeder auf seine Weise, das Uebergewicht des Adels zuverspüren. Lange währte dasselbe jedoch nicht. Nach den Vor-boten im Reichstag 1654 kam die große, 1680 von Karl XI.(1660—1697) mit Hülfe der bürgerlichen Stände und des niederenAdels ausgeführte Reduktion. Durch diese Revolution, denneinen anderen Namen kann man ihr nicht geben, wurde nunauch die soziale Macht des Adels gebrochen. Diese Reduktionder adeligen Güter ist, nächst der französischen Revolution, die-größte in neuerer Zeit in irgend einem Lande stattgehabtesoziale Umwälzung. Es fällt uns schwer, uns jetzt vorzustellen,welchen Umsturz sie in der Stellung der grossen Familien ver-ursachte. Der Adel ging mehr als der Hälfte seines Landbesitzesverlustig; und viele Geschlechter, die reich an Grundbesitz undZinsen gewesen waren, waren nun verarmt und für die Zukunftauf den Staatsdienst als die einzige Einnahmequelle angewiesen.Haitte sich der schwedische Adel früher freiwillig in den Dienstdes Staates gestellt, so war er von diesem Augenblicke an hierzugezwungen. Der Adel des 18. Jahrhunderts ist beinahe aus-schließlich ein Dienstadel.
Mit der Staatsverfassung der sogenannten Freiheitszeit(17 19—1772) rächt sich die Gesellschaft an der Monarchie wegendes in der Person Karls XII. über das Land gebrachten mannig-fachen Unglücks, und die Rolle des Rächers spielt in erster Reiheder Adel. Allein die Zeitverhältnisse sind nun derartig, daß derselbejetzt weder die politische noch die soziale Uebermacht wieder-gewinnen kann. Trotz des Uebergewichtes des ersten Standes