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Der Adel Schwedens (und Finlands) : eine demographische Studie
Entstehung
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Ohne Zweifel wird auch das Klassenwesen einmal einerneuen Ordnung Platz machen; dies wird dann die des Berufs-wesens sein. Die sozialen Unterschiede werden hierdurch nichtverschwinden, aber sie werden sich immer mehr mildern. Diein gewissen Beziehungen größte Scheidewand, der ungleiche Be-sitz, wird nicht dieselbe Bedeutung haben wie jetzt. Die Stellungin der Gesellschaft wird dann durch die Verschiedenheit in derLebensweise bestimmt, und beide hängen allein vom Berufe ab.Dies ist, so weit der Blick jetzt reicht, die letzte Form der sozialenOrganisation ganz sicher besser und vollkommener, als diejetzige Klassenorganisation, die zuweilen mehr der Anarchie alsder Ordnung gleicht; besser ebenfalls, als das alte Standeswesenmit seinem Zwang über die Individuen.

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Die Klassen und die Statistik. Die Organisation der Menschenin Stände und Klassen hat die Demographie noch nicht zu durch-dringen vermocht. Aus dem zuletzt Gesagten ist indessen klar, daßdie soziale Differenzierung ein so wichtiges Moment im Leben derMenschen und Völker ist, daß eine vollständige Kenntnis desletzteren ohne Verständnis der ersteren undenkbar ist. Und nurdie Schwierigkeit, zurzeit ein solches Verständnis zu gewinnen,,hat verursacht, daß die Bevölkerungsstatistik bisher hiervon hatabstehen müssen. Hätte es sich zur Zeit des Standeswesens um dieAusführung einer solchen Untersuchung gehandelt, so 'wäre dieseunzweifelhaft sehr leicht gewesen, denn damals waren die Grenzenzwischen den sozialen Gruppen scharf und bestimmt 1 ). Ebensowird die Demographie der Zukunft die soziale Organisation desBerufswesens sicher ohne Schwierigkeit beschreiben können, denndie Verteilung in Berufe ist ebenfalls verhältnismäßig klar undbestimmt. Viel schwerer ist es, die Organisation der Klassen-gesellschaft aufzufassen. Denn welches sind die Klassen, und wosind ihre Grenzen ? Wir sprechen von der Arbeiterklasse, voneiner Mittelklasse und von den Höchsten der Gesellschaft; manerwähnt auch die Klasse der Gebildeten im Gegensatz zu der derHandarbeiter. Allein nichts ist fest und bestimmt. Im großen

i) Vor 1860 enthielt auch die allgemeine Bevölkerungsstatistik Schwedens ge-wisse Angaben über die Stärke der vier Stände. Zu dieser Zeit war das Standeswesen,jedoch schon lange tot, und deshalb ist die genannte Statistik ziemlich unzutreffend.