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Der Adel Schwedens (und Finlands) : eine demographische Studie
Entstehung
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Auswahl das Zepter geführt, die einen eingeführt oder behalten,andere ausgeschlossen oder ausgestoßen. Mit Rücksicht auf ihrezufällige Zusammensetzung aus Individuen und Geschlechtern undihre Rekrutierung neuer können somit die Stände, sowohl hohewie niedrige, als ein Produkt des Kampfes um das Auskommenund des Kampfes um den Genuß und die Macht betrachtetwerden denn der letztere ist unter den Menschen nicht wenigerhart als der erstere aber dieses macht nicht die Stände alssolche zu einem Produkt dieses Kampfes.

Die Stände waren typisch vier, entsprechend den Bedürf-nissen der Gesellschaft nach einer Leitung in Krieg und Frieden,nach religiöser und geistiger Kultur, nach höherer und niedrigermaterieller Arbeit. Seit einigen Jahrhunderten ist diese einstso einfache und feste Organisation in Adel, Priester, Bürger undBauer sowie Arbeiter in Auflösung geraten. Die Entwickelungist nämlich nicht nur in einer Richtung gegangen. Man kanninnerhalb des Standes- und Klassenwesens ebensowohl abwärts-wie aufwärtsgehende Bewegungen wahrnehmen. Zu Anfangherrscht die aufwärtsgehende Bewegung, wo die Stände sichbilden und die Kultur durch Konzentrierung auf eine geringeAnzahl Hände wächst. Später folgt die abwärtsgehende, wo derscharfe Standesunterschied aufhört und durch die mildere Klassen-ungleichheit ersetzt wird. Gleichzeitig verbreiten sich die Gabender Kultur unter immer größere Massen des Volkes. Den voll-ständigen Abschluß dieser Entwickelung haben wir noch nirgendsgesehen. Wir befinden uns noch immer inmitten derselben. Soviel ist indessen klar, daß das Standeswesen in dem Leben derzivilisierten Völker ein abgeschlossenes Kapitel ist. Noch immersind dieselben sozialen Bedürfnisse vorhanden, sie sind aber nichtan gewisse Geschlechter und Individuen gebunden. Der früherescharfe Unterschied ist auch im Gesetz und in der Verfassungaufgehoben. Alle die Bande, die das Individuum früher fesselten,sind gelöst. Es geht, wo es will, aus und ein und stellt sich in *den Dienst des einen sozialen Zweckes oder des anderen. Darumsind aber die Unterschiede unter den Menschen in der Gesell-schaft nicht verschwunden. Die verschiedenen sozialen Bedürf-nisse, denen die Einzelnen dienen, verhindern dies, noch mehrvielleicht aber der Besitz. Die Verschiedenheit des Besitzesist jetzt für sich allein imstande, die sozialen Unterschiede zutragen. Die Klassen sind an die Stelle der Stände getreten.