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Der Adel Schwedens (und Finlands) : eine demographische Studie
Entstehung
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heranmachen, können diese vorwärts geführt und immer bessererfüllt werden. Besonders gilt dies für die höheren Kulturzwecke,die immer nur von einer geringen, sich ganz ihnen widmendenAnzahl gefördert werden können. Die Mehrzahl muß pflügenund säen, damit einige die Angelegenheiten der Gesellschaft leiten,Studien und Kunst treiben können. Das ist die Forderung derKultur.

Der äußere Verlauf dieser sozialen Arbeitsverteilung ist ge-wöhnlich durch Gewalt und List gekennzeichnet. Die Sklavereiist der Anfang aller Gesittung; allein man sieht die Dinge nuran der Oberfläche, wenn man die äußere Gestalt des Verlaufesfür den inneren Kern desselben ansieht. Hinter den Gewalts-handlungen des Einzelnen liegt das Bedürfnis der Gesellschaft nachArbeitsverteilung, und hinter dieser am letzten Ende die angeborenenTriebe und Neigungen des Menschen. Diese sind, gleich denKulturvorteilen, zweierlei Art, sinnliche und geistige. Eine materia-listische Auffassung der Geschichte und des Weltlaufes glaubt indem Eigennutz und der sinnlichen Natur des Menschen die einzigehier wirksame Kraft zu finden. Die Lust zu leben und zu genießenläßt den Starken den Schwachen unterdrücken, und auf dieseWeise sollte, der Auffassung einiger nach, die ganze sozialeDifferenzierung und Kulturentwickelung stattgefunden haben.Diese Auffassung übersieht die andere Seite der menschlichenNatur. In letzter Reihe hat das Vorhandensein der geistigen Be-dürfnisse, als Religion, Kenntnisse, Gerechtigkeit und Ordnung,die höheren und besseren Gaben der Kultur hervorgerufen. Nehmeman die genannten Bedürfnisse fort, und die Kultur wäre niemalsentstanden. Die rein geistige Natur des Menschen ist, wie manja a priori sagen konnte, der eigentliche Kulturbringer. Dennwarum hätte sonst der Mensch mehr als die Tiere eine Kulturhervorbringen sollen?

Dies in bezug auf die Entstehung der Stände im großenund als soziale Organisationen. Sieht man dagegen, wie sie sichim kleinen und sozusagen Stück für Stück bilden und fortdauernderhalten, so ist offenbar, daß der Konkurrenzkampf und die natür-liche Auswahl so gut wie allein hierbei entscheidend waren. Indiesem Punkte haben diejenigen recht, welche das Standeswesenals ein Produkt der genannten Mächte auffassen. Von ihnenhing es ab, welche einzelnen Personen in die höheren Stände ein-treten und sich dort erhalten sollten. Hier hat die natürliche