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gische und physiologische als auf historische Tatsachen. Analo-gien mit der Tierwelt und dem physischen Organismus sind schonvon Comte und Spencer zum Tummelplatz dieser Wissenschaftausersehen worden. Daraus holen sie sich den Schlüssel zu beinaheallen sozialen Erscheinungen. Auch E. Dürkheim, der die Be-deutung der Arbeitsverteilung für die Standesbildung am stärkstenvon Allen hervorhebt, tut dies unter Anführung ähnlicher Ana-logien ] )- Ausschließlich auf historischer Grundlage haben wiederumG. Schmoller 2 ), sowie Verfasser dieses 3 ), jeder auf seine Weise,die oben genannte Auffassung zu entwickeln gesucht. Der erstereglaubte indessen ausser im sozialen Prinzip der Arbeitsverteilung,auch in der biologischen Erblichkeit den Grund der Standes- undKlassenunterschiede zu finden. Dies veranlaßte eine Kritik vonK. Bücher 4 ), welcher in der Hauptsache der Erblichkeit jedeBedeutung abspricht und gleichzeitig den Ursprung der Stände-bildung in dem verschiedenen Eigentumsbesitz sucht 5 ). Demersteren Teil dieser Kritik, die sich, was die höheren Stände be-trifft, auch auf die Tatsache stützt, daß deren Geschlechter baldaussterben, wodurch die Erblichkeit nicht so große Gelegenheiterhält, ihre Wirkungen zu zeigen, stimme ich vollkommen bei,muß aber die letztere Behauptung auf das bestimmteste zurück-weisen. Es heißt Ursache mit Wirkung verwechseln, wenn manbetreffs der ursprünglichen Standesbildung, um die es sich hierhandelt, die tätige Kraft auf die Verschiedenheit des Besitzesverlegt. Die letztere ist jünger als die erstere. Im übrigen läßtsich schwer einsehen, wie ein größerer oder kleinerer Eigentums-besitz an sich den Grund zu den verschiedenen sozialen Auf-
1) De la division du travail social, etude sur ^Organisation dessocietes superieures. Paris 1893.
2) Jahrbuch für Gesetzgebung, Verwaltung und Volkswirtschaft,Bd. XIV (1890). — Zuletzt hat B. Gurewitsch, die Entwickelung dermenschlichen Bedürfnisse und die soziale Gliederung der Gesellschaft,Leipzig 1901, eine ähnliche Auffassung mit Ausgangspunkt von den menschlichen Be-dürfnissen geäußert.
3) P. E. Fahlbeck, Stand och Klasser, Luild 1892.
4) Die Entstehung der Volkswirtschaft. Sechs Vorträge. Tübingen1893. Dritter Vortrag.
5) Eine ähnliche Auffassung, obschon mit Anschluß an die Selektionsiehre, istschon früher von Alph. de Candolle, Histoire des Sciences et des Savantsdepuis deux siecles, 2 ed., Geneve 1885, S. 117 ff., ausgesprochen worden. Imübrigen liegt sie allem Sozialismus zu Grunde, wie sie auch den Grund für die Kon-struktion der bürgerlichen Gesellschaft im 18. Jahrhundert bildete.