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Wilhelm Hensel.
nuss eines solchen Zimmer verzichten, und wenn Sie eine kleineVorstellung von der Unruhe, dem Schmutz, dem Fracas undden ungeheuren Kosten hätten, die das leider viel zu grosseHaus*)uns noch täglich verursacht und his spät in den Som-mer hinein machen wird, so würden Sie meinen Schauder beidem blossen Gedanken an neues Abreiben der Wände, an Kalk,Gerüste u. s. w. begreifen. Dazu finde ich in jetzigen Zeiten,wo alles Eigenthum flüchtig ist und höchst selten auf diezweite Generation gelangt, sich etwas Kostbares anmauern unddadurch unbeweglich machen zu lassen, einen wirklich unver-antwortlichen Eingriff in die Rechte der Nachkommen. Wasmeinem Bruder als Unverkeiratlietem und im Lande der KünsteLebendem wohl anstand, wäre strafwürdig an meiner Stelle,die keines ihrer vier Kinder versorgt weiss. Wir leben auf ei-nem so liberalen Fusse und mein Mann hat eine so grosseFreude am Weggeben, dass man uns unstreitig für viel rei-cher hält, als wir sind.
So viel Verdruss und Unruhe mir nun auch der Besitzunseres so äusserst kostspieligen Grundstücks verursachte, soist es doch vielleicht der Summe, die mein Mann hineingesteckthat und die sich weit höher belief als wir geglaubt, meisten-teils zuzuschreiben, dass sein Verlust in der jetzigen schreck-lichen Zeit nicht noch bedetitender geworden. Hier allein sind18 Häuser gefallen, worunter die festgegründetsten, in Leip-zig der berühmte Reichenbach, in London der auf viele Mil-lionen geschätzte Goldschmidt. Bekannte von uns sitzen imGefängniss, andere haben sich das Leben genommen; die Zer-störung, Mutlosigkeit, der gegenwärtige Ruin und die trübeAussicht für die Zukunft sind nicht bange genug zu schildern.Rotlischild's Wut nach ungeheuren Geschäften wird es haupt-sächlich zugeschrieben, dass der Massstab in der handelndenWelt sich riesenmässig gesteigert hat und, wie alles auf diehöchste Spitze Gestellte, endlich sinken musste."
Hensel benutzte seine Zeit in Italien, von der er den über-wiegendsten Theil in Rom zubrachte, vortrefflich. Vor allenDingen war die Copie der Transfiguration eine nicht hoch ge-nug zu schätzende Schule für den Maler. Die Arbeit an der*) Leipzigerstrasse 3. S. weiter unten S. 139. ff.