Druckschrift 
1 (1888)
Entstehung
Seite
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Litterariscke Thätigkeit.

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nicht zu Stande. Er schreibt nach der Trennung von Veitjubelnd an seine Schwägerin Caroline (Brief 120): „FreuenSie sich, dass mein Leben nun Grund und Boden, Mittelpunktund Form hat; nun können ausserordentliche Dinge geschehen."Diese bestanden dann in der Hervorbringung des vielberufenen,von Schleiermacher vertheidigten Eomans „Lucinde", in welchemer sich in dem Julius, die über alles Geliebte in der Lucinde,der Titelheldin, darstellte.

Vorerst führte er (im Oktober 1799) Dorothea seinemBruder Wilhelm und dessen Gattin Caroline zu, die sie in Jenagastlich aufnahmen. Hier entzündeteAugust Wilhelm Schlegel, deralle Welt und namentlich seinen unproduktiven Bruder Friedrichzum Dichten antrieb, auch in Dorothea die Lust zum Schrift-stellern. Diese Thätigkeit schildert E. Haym, der verdienst-volle Geschichtschreiber der romantischen Schule, mit folgendenWorten:*)

„Die arme Dorothea in der That, die mit so rücksichts-loser Entschlossenheit ihr Lebensschicksal an das ihres Freundesgeknüpft hatte, wurde zur Dichterin, sie wusste nicht wieIn ihrem Gemüth lag vieles, was, wenn es mit schöpferischer.Kraft verbunden ist, den AVerth der Musenkunst erhöhen mag.Sie war der selbstlosesten Hingehung, der aufopferndsten Treuefähig und hat Beides unter harten Prüfungen in dem Yerhält-niss zu Friedrich, dem selbstsüchtigen, anspruchsvollen, nichtsweniger als gutmüthigen Manne bewiesen. Ein starker Geistwohnte in diesem schwächlichen Körper, stark vor Allem imStillhalten, im Dulden und Entsagen. Es ist rührend zu sehen,wie sie nicht bloss die geistigen Interessen, sondern, was schwererist, die Sorge ihres Freundes von ganzem Herzen tlieilt undseine Launen erträgt. Es ist ihr Stolz, ganz für den geliebtenMann zu leben, ihn zu entschuldigen und Alles zum Bestenzu kehren. Als „Auslegerin und Ergänzerin" stellt sie sichzwischen Friedrich und Schleiermacher, immer bemüht, diedrohenden Missverständnisse und A^erstimmungen zu beseitigen.Erleichtert wird ihr die Eolle des Duldens durch die tiefste

*) R. Ilaym: „Die romantische Schule." (Berlin 1870.) S. 663 ff.