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Über die Hamburgische Armenanstalt von 1788 - 1794
Entstehung
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als so Viele Schutz und Obdach darunter suchten, ebenweil die zu große Menge seine Grundfesten erschütterte;es fragt sich also auch, ob das Prinzip, das ihm zumGrunde lag, unter allen Umstanden ausführbar war undist, und es bleibt wenigstens zweifelhaft, ob, wenn mandie Nothwendigkeit jene Anstalten eingehen zu lassen, aufden außerordentlichen Druck der Zeiten schieben will, mannicht auch einen Theil der Segnungen, welche die Armen-Anstalt in früheren Jahren zu verbreiten im Stande war,dem allgemein ausblühenden Wohlstände zuschreiben müsse.

Bevor man also, einen: bloßen Grundsatze zur Liebe,solche Anstalten wieder einführt, würde es wohl nöthig scynzu erwägen, ob wirklich der sittliche und körperliche Zustanddes Armen dadurch so wesentlich verbessert worden sey, daßkein Kostenaufwand gescheuct werden dürfe um ihn wiederherbeizuführen, oder ob nicht, thcils durch Ersparungen fürZeiten dringender Noth, theils durch directc Verwendungsolcher Summen für laufende Bedürfnisse, mehr genützt,der Zweck der Armen-Anstalt besser erfüllt werden könne?

Es hangt hier vor allen Dingen Alles von der Be-antwortung der Frage ab, wie man die Armen-Anstaltbetrachtet? ob als ein Institut des Staates, oder als eineStiftung der Wohlthatigkcit und Menschenliebe so vielerIndividuen im Staate, als zu deren Errichtung und Er-haltung beigetragen haben? im crstercn Falle ist es wohlkeinem Zweifel unterworfen, daß, so wie der Staat ausder einen Seite gegen jedes Individuum, das unter seinemSchutze lebt, die Verpflichtung hat, es gegen Untergangdurch Mangel zu schützen, so, strenge genommen, diese Ver-pflichtung auf der andern Seite auch nicht weiter geht.Jeder Bürger muß wissen, daß er seine Zuflucht zum Staatenehmen könne, sobald er selbst ganz außer Stande ist desHungers oder der Kälte sich zu erwehren, oder seine Blößezu bedecken; aber jeder Bürger muß auch wissen, daß erein Mehrcres nicht vom Staate zu erwarten habe, als die