daß.derjenige, welcher unter solcher Bedingung die nöthigeHülfe zusagt, auch darauf gefaßt seyn müsse, dem Hülfe?suchenden Arbeit nachzuweisen, sobald derselbe Mangel anArbeit als Grund seines Gesuches vorschützt.
In der That wurde diese Bedingung von den erstenStiftern unserer Armen-Anstalt, — deren Streben fürMensckcnwohl über alles Lob erhaben ist, und von denennoch Einige mit unerkalteter Liebe und unermüdetem Eiferan dem Bau ihrer Jugend sortarbeiten, — in der Thatwurde diese Bedingung kcincsweges von den ersten Stif-.tern der Armen-Anstalt verkannt. Die große Schwierig-keit war nur die, eine angemessene Beschäftigung für dieMüssigen zu finden. Es mußte eine leichte, und eine, be-sonders mit Rücksicht auf die Alten und Schwachen, leichtzu erlernende Arbeit, der Absatz mußte sicher, das Materialwohlfeil und unverfälschbar, es mußte zugleich bis zueinem gewissen Grade unverdcrblich, und der Preis keinensehr großen Schwankungen ausgesetzt seyn. Das Produktder Arbeit mußte genau gemessen, und der Arbeitsfleißdes Armen in Zahlen ausgedrückt werden können ; die Arbeitmußte sich endlich so gleich seyn, daß, wenn man einenArmen einige Stunden hatte arbeiten sehn, man genaubestimmen könnte, wie viel er im ganzen Jahre zu verar-beiten im Stande scy. Es mußte zugleich eine genaueCöntrole möglich, und endlich mußte der Lohn so geringseyn, daß den Fabrikanten ihre Arbeiter nicht genommenwürden, damit man nicht der Industrie durch eben dieMittel schadete, durch die man sie zu vermehren suchte.
Als eine solche Arbeit wurde nun die Flachs- undBindgarn-Spinnerei erkannt. Es wurden daher von der? Armen-Anstalt die nöthigen Gerathschastcn angekauft, es
*) Vergl. Bericht der versammelten Vorsteher über die Re-vision sämmtlicher Anstalten in Rücksicht auf möglicheErsparung. Abgelegt durch Herrn Caspar Voght,im Februar und Marz 1793.
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