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Über die Hamburgische Armenanstalt von 1788 - 1794
Entstehung
Seite
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Garn mehr gesponnen, M0 Kinder mehr zur Schule ge-schickt; und die Anstalt ersparte l.8750 Mk., die demMüssiggange anhcim gefallen wären, und die beinahe denganzen Betrag des größern Erwerbs der Armen in diesemJahre ausmachen.

Ich berufe mich hier auf diese Thatsachcn, weil sienicht nur die Klugheit einer Maaßrcgcl beweisen, welchedie Unterstützung der Armen von ihrer Thatigkcit abhangigmacht, und sie zu einer A'.'t von Arbeit uöthigt, derenErtrag der sichere Maaßstab ihres angewandten Fleißes ist;sondern weil sie auch die Notwendigkeit der drin-genden Einschärfung dieser Maaßregel be-weisen, welcher täglich durch die Ausflüchte und das auf-fallende Elend der tragen und müssigen Armen Eintraggeschieht, die gar leicht auf daS Mitleid und das Gefühlder Armenpflcger Eindruck machen. Unstreitig ist es derschwerste Theil ihrer Pflicht, dein Geschrei des Elendesihr Ohr zu verschließen, und diejenigen ihrem Schicksalezu überlassen, welche sich zu den Bedingungen nicht be-quemen wollen, unter welchen man ihnen Unterstützunganbietet. Wir haben unglaubliche Beispiele von Ungemachgesehen, das sie lieber erduldeten, als sie sich entschlossen,zu arbeiten, oder ihre Kinder zur Schule zu schicken. Istman nun in einzelnen Fallen da nachgiebig, wo es dieGesetze nicht erlauben, so ist alles verloren. Misbraucheschleichen sich ein; in kurzer Zeit wird dies wöchentlicheAlmosen ein Gehalt, welches die Nothwendigkcit zu ar-beiten aufhebt, und dessen Bertheilung durch Gunst undParthcilichkcit bestimmt wird. Aus dem Ganzen wirddann ein System von Mißbrauchen, welches eben durchdiese systematische Form tausendmal schlimmer ist, als wennman gar nicht auf Fürsorge bedacht gewesen wäre, undAlles dem Zufall und der Privatwohlthätigkcit überlassenhätte. Dergleichen dem Laster ausgesetzte Belohnungenmüssen natürlicherweise die Anzahl der Müssigcn und derschlechten Menschen vergrößern; und wie muß dem redlichen.