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Aber Arbcitsmangel ist für Arme im erträglichen Ge-sundheitszustände nur eine Quelle des Elendes; Alter undunheilbare Lcibcsschädcn, Krankheit, und die Beschwerde,eine zahlreiche Familie durchzubringen, waren Uebcl, diegleichfalls Hülfe verlangten.
Für die ersten wurde die Aufnahme im allgemeineni Krankenhause veranstaltet, und in einigen Fällen gab man
den Leuten das am Gclde, was ihre Versorgung im Kran-kenhause gekostet haben würde. '
Fünf Aerzte, fünf Wundarzte, und eben so viele Heb-ammen wurden angesetzt, für jede zwölf Quartiere einedieser Personen, die, auf Ersuchen des Armenpflcgcrs, so-gleich in die Wohnungen der Kranken gingen, wenn sienicht vermögend waren, zu der bestimmten Stunde desTages sich selbst in des Arztes oder des Wundarztes Woh-nung einzufinden. Diese mußten dann sogleich davon Mel-dung thun, und in einem Buche, welches in dem Hauseder Vorstehers dieser zwölf Quartiere befindlich war, nie-derschreiben, wie weit es mit der Cur gekommen sey, unddie Zeit, da der Kranke wieder zu arbeiten im Standesey. Bis dahin verordnete der Arzt nicht nur die Kran-kcnspciscn, die, nach vorgängigen Contracten, von den Speise-wirthen dieser Gegend der Stadt geholt wurden, und dieArzeneien, die zu sehr niedrigen Preisen nach einer sorg-fältig durchgesehenen Armen - Apothckerordnung verfertigtwurden; sondern er meldete auch dem Armenpfleger, wieviel Geld er nothig glaubte, den Mangel an Arbeit unddie außerordentlichen Unkosten der Armen zu ersetzen. Dießmacht einen besondern Artikel der Unterstützung, unter demNamen des Krankengeldes aus, welches man desto» williger hergab, weil sich nicht wohl schlimme Folgen be-fürchten ließen, wenn man hier den Gefühlen freien Laufließ, deren Zurückhaltung die beschwerlichste Mühe jedesArmenpflegcrs ist.
Eine zahlreiche Familie ist eine zu schwereLast, nicht nur für Arme, die auf den geringsten Erwerb