16
lische Partei erstarkt war und der Herzog in demselbenSinne entschieden Stellung genommen hatte, ein weitererFortschritt dadurch, dass der einflussreiche Konrad vonHeresbach sich 1374 mit der Kirche versöhnte. Hochblieb noch einige Zeit Besitzstand und Religionsübungder Katholiken, namentlich zur Zeit des Erbfolgekrieges,wo Anfangs die Vertreter der beiden „possedierendenFürsten", Markgraf Emst von Brandenbuig und Pfaiz-graf Wolfgang Wilhelm von Heuburg in Düsseldorf resi-dirten, gefährdet., bis Wolfgang Wilhelm, der in Jülichund Berg festen Fuss gefasst und sich den Besitz vonDüsseldorf, wo der an der Spi'ze des Stiftskapitels undder Pfarrgemeinde stehende Dechant Wilhelm Bont fürdie katholische Sache wirkte, gesichert hatte, selbst zurkatholischen Kirche übertrat und eine Restaurationförderte.
66. Friedrich von Spee.
Die freiherrliche Familie Spee hatte vier Linien,von denen die älteste die bei Strahlen sesshafte Langen-feld'sehe , die jüngste die bei Kaldenkirchen wohnendeAldenhofen'sche war. Die älteste und die zwei nach ihrfolgenden sind ausgestorben, und die vierte, die durchVermählung eines männlichen Spros :en zu einer Heltorf-schen geworden, ist die jetzige in Düsseldorf wohnendegräfliche Linie. Friedrich von Spee gehört der Langen-feld'sehen Linie an. Er ist 1591 in Kaiserswerth gebo-ren, welches einst in pfandwei-en Pesitz der Kurfürstenvon Köln gekommen war, und erst 1768 unter KarlTheodor durch Vertrag wieder dem Herzogthum Bergeinverleibt worden ist. Hier war Spee's Vater kurköl-nischer Beamter. Der Sohn trat 1610 in den Jesuiten-orden. Er war der bedeutendste deutsche Dichter seinerZeit und ein Held christlicher Menschenhebe, die er auchdurch Bekämpfung der Hexenprozesse (Caulio criminalissive de proces ibus contra sagas über) bethätigt hat. Erstarb 1635 zu Trier, wo er. während es durch Spanierbelagert wurde, sich durch Pflege der von der PestBefallenen aufopferte.
Das Bild ist radirt von dem Kölner Maler Engelbert Willnies. S. Merlo,Nachrichten von Kölner Künstlern. S. 516.
66a. Joachim Neander, geboren in Bremen, Rectorder reformirten lateinischen Schule in Düsseldorf 1674—1679, als Prediger der Mart.insgemeincle in Bremen