also. Hierauf trat der hinter dem Vorhang versteckte HerrPfarrer vor, der, weil er schwarz gekleidet war und ein Buchin der Hand hatte, welches die Melancholische für das Protocollihrer Sünden hielt, für den leidigen Satanas angesehen wurde.Die Kranken schrieen derohalbcn noch ärger als zuvor. Nach-dem sie aber den Herrn Pfarrer erkannten, schwiegen sie underzählten ihm, daß der Teufel die Melancholische habe holenwollen. Der Pfarrer versicherte aber, daß kein böser Geistdie Macht habe, an diesem Ort zu erscheinen, daß es also einguter gewesen sein muß, besonders weil er weiß war, wie manihm sagte. Um sie zn überzeugen und also zu befriedigen,citirte er den Engel noch einmal, d. h. er las ans einem Buchetwas Latein, das der Professor vor der Thür verstand, welcherdem Engel wieder einzutreten befahl; allein da nun der HerrPfarrer nicht mehr versteckt war, mußte der Schweizer-Engelselbst fingen, welchem der Herr Professor und seine Schülervor der Thüre im Chor beistimmten. Alle Kranken schrieenwiederum erbärmlich dazu, worüber der Herr Pfarrer sehrböse ward, und in seinem Zorn ausrief! Potz tausend, schlageden Wald! seht ihr denn nicht, daß es ein Engel ist? DieKranken merkten es endlich und schwiegen; nun wünschen derHerr Professor und seine Kollegen, die ihn zum Professoranscrwählt haben, daß die ganze Welt schweigen möchte.
Am 18. Januar 1796 nahm Mederer von der UniversitätAbschied, indem er für die ihm während 23 Jahren bewiesenecollegiale Freundschaft dankte, um sein neues Amt eines k. k.Oberstfeldarztes fämmtlichcr Armeen zn übernehmen. Denscheidenden Kollegen beehrte die medicinische Facnltät noch mitihrem Doktorat, das Diplom mit silberner Kapsel. — InWien hatte er sofort mit der Ordnung des Militärmedicinal-wesens vollauf zn thun, insb. mit dem Aufräumen altenWustes. Aus dieser Zeit ist von ihm vorhanden: Von einer