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Die Herren von Goldenberg auf Mörspurg, ihr Ende und Erbe
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st. gallisch-constanzischen Patriziergeschlechte, das schon im 14. Jahrhundertdurch die Heirat Diethelms mit Elisabeth von Wartensee die Burg Wartenseebei Korschach erlangt und sich in einigen Linien unter den Landadel verpflanzthatte, dessen Wappen der rothe Hahn im silbernen Schilde auch in derZürcher Wappenrolle schon comparirt. Aus diesem Stamme hatte Caspar 1450die Tochter des Kitters Gaudenz von Hofstetten, Herrn zu Kempten, Küngold,geehlicht, während sein Bruder Diethelm deren Schwester Verena heimgeführthatte. Caspar Blaarer's Sohn Erhard, verheirathet mit einer Grebel, erwarbzur Herrschaft Kempten hinzu noch die Gerichtsherrlichkeit Werdegg. Unterihm verbrannte die alte Burg der Freiherren von Kempten, worauf er sich imDorfe Kempten einen Herrensitz, das Unterhaus, erbaute. 79 ) Von ErhardsSöhnen besassen Diethelm und Georg nachmals die Herrschaft Kempten, währendMarx seiner Ehefrau Margaretha von Goldenberg nach der Mörspurg folgte.

Hans Ulrich Stocker oder Stockar, der Mann der andern GoldenbergischenSchwester und Erbin, entspross einem alten Geschloehte, das im 14. Jahrhundertauf Lehengütern zu Barzheim unweit Schaffhausen gesessen haben soll, undsich von dort nach der Stadt Schaffhausen verpflanzte, wo es in der Folge inseinen verschiedenen Linien den beiden adelichen Gesellschaften der Kaufleut-stube und der Herrenstube einverleibt war. Alexander Stockar, in den mai-ländischen Feldzügen Hauptmann dos schaffhausischen Panners, soll 1501 vonKaiser Maximilian I. einen Wappenbrief erhalten haben. Von seinen Söhnenbesass Junker Hans Caspar Stockar, des Raths und Seckelmeister in Schaff-hausen, im zürcherischen Gebiete die drei Schlösser Wyden, Gyrsperg undSchwandegg, und von seinen zwei Ehefrauen Beatrix von Fulach und KeginaSchmid von Schwarzenborn aus Stein am Rhein 19 Kinder. Aus diesen erwarbAlexander Stockar zu Wyden 1568 das Burgerrecht der Stadt Zürich, undbekleidete daselbst die Amtmannsstclle des Klosters Allerheiligen von Schaff-hausen. Er ist der Stammvater des in Zürich noch blühenden Stockar-Ge-schleehtes. Sein Bruder Hans Caspar Stockar zu Gyrsperg nahm 1591 ebenfallsdas zürcherische Burgerrecht an, hinterliess aber keine Nachkommenschaft.Der dritte Bruder Hans Ulrich Stockar auf Schwandegg, ebenfalls ohne Nach-kommen, ist der Gemahl der zweiten Goldenbergischen Erbtochter, Elsbeth. *)

Verfolgen wir nun die Schicksale der Goldenbergischen Erbschaft unterden Blaarer und Stockar, so erfahren wir zunächst, dass der eine Theil derniedern Gerichtsbarkeit in Oberwinterthur, seit den Zeiten der Meyer vonMörspurg mit dem andern Theile in der Hand der Bewohner der Mörspurgvereinigt, sofort den Goldenbergischen Erben entrissen wurde und in fremdeHände iibergieng. Ein Entscheid, gefällt von Altburgermeister von Cham,fünf andern zürcherischen Rathsgliedern und dem Stadtschreiber Hans HeinrichReinhart unter'm 21. Hornung 15 7 0 80 ), belehrt uns nämlich, dass nach demTode der Gebrüder Egolf und Joos von Goldenberg zwar das bischöflichconstanzische Lehen des Meyeramtes in Oberwinterthur durch den hoch-würdigsten Fürsten Mark Sittich von Hohenems, Cardinal und Bischof zuConstanz, den Goldenbergischen Erben, den edeln frommen und festen HansUlrich Stockar von Schwandegg und Jörg (offenbar in der Copie verschriebenfür Marx) Blaarer von Wartensee zu Kempten, auf ihre unterthänige Bitte zuLehen verliehen worden, dass dagegen die Vogt ei Oberwinterthur von demLehensherrn, Grafen Heinrich von Fürstenberg, als ein verfallenes Mannlehennicht auf die Ehemänner der Goldenbergischen Erbtöchter, sondern aus uns

*) An dieses Ehepaar erinnert noch heute eine im Gemeindehause zu Stammheim be-findliche schöne Alliance-AVappen-Scheibe.