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Die Herren von Goldenberg auf Mörspurg, ihr Ende und Erbe
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uns Daten darüber, wie er als der letzte seines uralt adelichen Geschlechtesder Erde übergeben worden ist; doch steht zu vermuthen, dass nach AdelsBrauch und Sitte, wie sie nach von Hefner 77 ) z. B. bei der Beisetzung desletzten Chunring und des letzten Praunfälck, ja noch in diesem Jahrhundertbei der Bestattung des letzten von Wiesentau in Pranken 1800, und des letztenvon Börnhausen in Schwaben 1883 geübt worden, nach dem Gebete desGeistlichen am Grabe ein dem Heimgegangenen nahe gestandener Edelmannin wenig Worten die Schicksale des vergangenen Geschlechtes berührt, danndessen Schild und Helm und des Bestatteten Schwert gezeigt habe mit denWorten:So soll denn heute dieser adeliche Wappenschild, den unser Freundund lieber Bruder mit Ehren von seinen Vorfahren überkommen und mit Ehrengetragen hat, zum letztenmale prangen und Euch erinnern, dass Alles ver-gänglich ist, nur nicht das Andenken des Gerechten." Dann wird er denSchild in zwei Stücke zerbrochen und diese auf den Sarg geworfen haben mitdem Rufe:Heute Goldenberg und Goldenberg nimmermehr", worauf die Leid-tragenden mit einem leisen Weherufe antworteten. Dann wird sich die gleicheCeremonie mit Helm und Schwert wiederholt und hierauf das Grab über demletzten Goldenberg geschlossen haben.

Egolf von Goldenberg wurde im sogenanntenHegner-Chörli" der KircheOberwinterthur beigesetzt, der Grabstätte des schon 1493 erloschenen Stammesder nahen Ritter und Edeln von Hegi. Dort fand sich vor wenigen Jahrenbei der gleichen Restauration dieser Kirche, welche die übertünchten Freskenwieder an's Tageslicht brachte, ein Goldenbergischer Grabstein vor. Da dieserbeseitigt werden sollte, erbat sich und erhielt ihn zur Aufbewahrung derhistorisch-antiquarische Verein in Winterthur, in dessen Besitz er sich zurStunde befindet. Dieser Grabstein ist heute im Gewerbemuseum der StadtWinterthur aufbewahrt.

Nach den mir gefälligst mitgetheilten Aufzeichnungen 78 ), die ein Mitglieddes genannten Vereines zur Zeit der Ueberführung des Steines nach Winterthurgemacht hat, lautet die Inschrift des Denkmals wie folgt:

Anno domini 1569 den 2. Tag ITornung starb der edel und vest Jostvon Goldenberg und ligt hie begraben." Dabei befindet sich das Doppelwappenvon Goldenberg und von Altikon, wie unser Gewährsmann meint Wir wissenaber bereits, dass das zweite Wappen dasjenige der Edeln von Liebenfels seinmuss, und da das Wappenbild bei Altikon und Liebenfels Flügel zeigt, ist dieVerwechslung begreiflich. Am untern Theile des Steines ist eine zweite In-schrift angebracht, wovon aber mein Gewährsmann nur die wenigen Worte hatlesen können:Anno domini 1569 den . . . Tag starb . . .". Insofern sichdiess nicht etwa auf ein Kind Joosen von Goldenberg und der Anna vonLiebenfels bezieht, haben wir in diesen Worten wohl das Gedächtniss desletzten Goldenbergers zu erblicken.*)

Von den fünf Kindern Hansen von Goldenberg waren die drei Söhnesämmtlich dahingeschieden; noch lebten aber die beiden Töchter Margarethaund Elsbeth als Erbinnen des alten Hauses, die erste vermählt mit dem JunkerMarx Blaarer von Wartensee zu Kempten bei Wetzikon, die letztere mit JunkerHans Ulrich Stocker von Schwandegg. Marx Blaarer entstammte dem uralten

*j Wäre für Egolf von Goldenberg als den Letzten des Stammes, ein besonderesGrabmonnment erstellt worden, so hätte man wohl, ebenfalls naeh altem Adelsbrauch, daraufdas Wappen der erloschenen Sippe gestürzt angebracht, das heisst mit der Helmzier unddem Helme nach unten, den Schild mit seinem Fusse nach oben gewendet, also in der Weisewie z. B. noch heute in der Hauptkirche von Radolfzell die eherne Grabtafel des letztenVogt von Castell zu sehen ist.