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glauben wir in dem Sinne verstehen zu sollen, dass damit die Stätte gemeintsei, wo früher die neue Burg gestanden habe. J0 )
Ob der Verlust des „Ritterhauses" nach bloss kurzem Besitze und dasBewusstsein, für dieses nun in Trümmern liegende „Burgsäss" werthvolleTheile ihrer Stammgüter im Tausch dahin gegeben zu haben, den Grund zuRechtshändeln der Goldenberger mit den Gachnangischen Vettern gab, oderob andere Streitursachen existirten, genug wir finden die beiden Geschlechterzu Anfang des IV Jahrhunderts in langandauerndem Zerwürfnisse, welches1404 durch einen Vergleich zwischen Elsbeth von Gachnang, geb. von Randegg,Hans Walthers sei. Wittwe, nebst Hans und Heinrich von Gachnang, Gebrüdern,und zwischen Herdegen und Egbrecht von Goldenberg wegen der Ansprücheder Erstem an ihre Oheime, die Letztem, beseitigt wird.' 17 ) Doch muss derStreit in der Folge neuerdings entbrannt sein; denn 1419 noch sprechenSchultheiss und Rath von Winterthur als Schiedsrichter über eine Pfandlösungvon Gütern im Zwiste zwischen den Gebrüdern Hans und Egli von Goldenbergund Ulrich und Hans von Gachnang zu Goldenberg, von denen der zuletztGenannte mit Frau Margaretha Othenmännin, aus einem uns gänzlich unbe-kannten Geschlechte, verheirathet war. 48 )
Eine neue Erwerbung von Gütern, welche die Goldenberger zu dieserZeit machten, indem „der fromme veste" Hans von Goldenberg zu Mörspurg,Burger in AVinterthur, und seine ehliche Hausfrau Elsbeth von Saal von demRitter Herrn Heinrich Truchsess von Diessenhofen 1420 um 210 rheinischeGulden an Gold dessen Eigengüter zu Rickenbach, nämlich den grossen Keln-hof, den Hof auf Bühl und drei Schuppossen, erkauften 4D ), scheint den Käufernbald wieder verleidet gewesen zu sein. Zwei Jahre hernach treten nämlichder Junker Hans und seine Gattin, letztere verbeiständet durch den frommenvesten Heinrich von Hettlingen als Vogt, Samstags nach St. Philipp und Jakob1422, die gleichen von dem Ritter Truchsess erworbenen Güter vor Schultheissund Rath zu Winterthur um 264 rheinische Goldgulden, also immerhin miterheblichem Nutzen, an die ehrsame geistliche Frau, Frau Katharina Schenk,Aebtissin und gemeinen Convent des Gotteshauses zu Tänikon, Sant Bernhards-Ordens, ab. 50 ) Bei dieser Gelegenheit lernen wir den Goldenberger und seineHausfrau als ein sehr kinderreiches Ehepaar kennen, da in dem Verkaufs-documente auch ihre Kinder Jakob, Ursel, Margaretha, Hans Cunrat, Clarelseund Rudolf mit Namen genannt sind. Dieser Kinderreichthum muss im15. Jahrhundert beim Goldenbergisclien Stamme eine Familientugend gewesensein; denn Jakob von Goldenberg, ohne Zweifel der gleiche, den wir soebenan der Spitze seiner fünf Geschwister stehen gesehen haben, setzt am 1. März1453 hinwiederum seinen sechs Kindern für das von ihrer Mutter sei. Unter-lassene Erbgut verschiedene Unterpfänder, so das Guthaben auf dem Kelnhofzu Stadel und den Antheil an der Burg Mörspurg ein. 51 ) Sicherlich mag umdiese Zeit, da zuweilen mehrere Goldenbergische Brüder und Vettern mit ihremzahlreichen Nachwuchs die alte Grafenburg M. bewohnten, dieser an sicheigentlich nicht grosse Thurm einem wimmelnden Ameisenhaufen geglichenhaben.
Noch immer blieb die Fürstengunst den Goldenbergern treu. Diess gehtbeispielsweise hervor aus dem Schreiben, welches der römische Kaiser Friedrichunterm Mathäustag 1465 an Dekan und Oapitel auf dem heiligen Berge richtete,und worin er von diesen Stiftsherren begehrt, dass sie die erste bei ihnenledig werdende Chorherrenpfründe dem ehrbaren lieben andächtigen Wilhelmvon Goldenberg verleihen. 52 ) Indessen äusserte sich diese Fürstengunst auchmitunter durch Gnaden, auf die man versucht wäre, die sprüchwörtliche Redens-