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Johannes dem Meyer von Mörsberg die Yogtei über das Dorf Oberwinterthur,welche dieser von ihm dem Freiherrn zu Lehen hatte, dem Egbrecht vonGoldenberg, seinem Tochtermanne, an Annas dessen Hausfrauen Heimsteuerfür 60 Hi Silber zu versetzen.
Wenn Pupikofer in seiner Geschichte der Freiherren von Klingen 39 ) beiAnlass der eben citirten Urkunde den Freiherrn Walter nicht nur zum Lehens-herrn der Yogtei Oberwinterthur, sondern auch der Burg Mörspurg macht, soist ihm hier sicherlich ein Irrthum passirt, da über Mörspurg zu allen Zeitendie Inhaber der Grafschaft Kyburg — also die Häuser Kyburg und Habsburg-Oesterreich und die Stadt Zürich — Lehensherren waren.
Nach dem Jahre 1365 ist uns der Name der Meyer von Mörspurg nichtwieder begegnet. Wir dürfen also annehmen, dass bald darauf der JunkerJohannes oder Hans, den wir schon 1314 neben seinem Yater, dem RitterRudolf, genannt gefunden haben, und der also wohl in den 1290er Jahrengeboren sein mochte, als 70jähriger Greis zu Grabe gegangen, und mit ihmsein Geschlecht, ein glänzendes Beispiel eines vom Glücke begünstigten empor-strebenden Stammes, erloschen sei.
Indem wir nun zu den Edeln von Goldenberg zurückkehren, die wiroben verlassen haben, als sie auf Mörspurg sesshaft wurden, um die frühereGeschichte dieser gräflichen Feste zu betrachten, schicken wir voraus, dass essich für uns keineswegs darum handeln kann, die folgenden zweihundert Jahredes weit zahlreichern Geschlechtes der Goldenberger in eben der Ausführlich-keit zu behandeln, wie wir die in bloss vier Generationen blühende Familieder Meyer von Oberwinterthur dargestellt haben. Es ist uns hauptsächlich umdie letzte Zeit des Goldenbergischen Stammes und um die weiteren Schicksaleseiner Erbschaft zu thun, und wir heben aus der Zwischenzeit nur einige Datenhervor, die uns für den Besitzstand, die Rechte, die Alliancen und die Lebens-weise dieses österreichischen Lehensträger- und nachmals adelichen Landsassen-Geschlechtes der Stadt Zürich von besonderm Interesse scheinen, und auf dieYerhältnisse des ganzen Standes, dem es angehörte, ein Licht werfen können.
Um die Zeit, da der Ritter Egbrecht von Goldenberg auf Mörspurg zuhausen beginnt, war der Besitzstand der Goldenberger jedenfalls ein sehr an-sehnlicher. Als ihre Eigengüter werden der Kelnhof in Oberwinterthur, Zehntenebendaselbst, wie auch in Dorf und Eidberg, und Häuser in Winterthur, alsLehen- und Pfandgüter die Yogtei im Dorfe Ellikon, Antheil an der EesteAltregensperg, die Dörfer Seen, Stadel, Wile, Reutlingen und Sulz, 8 MarkZins auf Tavernen, Metzg und Pfisterei zu Winterthur — letzteres Recht inder Folge ein Anlass zu vielfachen Streitigkeiten —, Güter und Zehnten zuHettlingen, z. B. der Zehnten daselbst, genannt der lileine Zehnten derer vonGoldenberg, und vieles Andere genannt. Zwei Güter zu Andelfingen undSeuzach, bisher Lehen von Oesterreich, verkauft Rudolf von Goldenberg,gesessen zu Altlikon, dem sie von seinem Bruder zu Theil geworden, welcherhinwieder sie von seinem Yater geerbt hatte, Montag nach Palmtag 1370 andas Gotteshaus Beerenberg. 40 ) Um diese Zeit muss neben der eigentlichenGrafenburg Mörspurg, als deren Insassen man sich die Goldenberger zudenken hat, noch ein äusseres Burgsäss oder Ritterhaus, von einer andernFamilie des niedern Adels — damals den von Sulz oder Sulzer — bewohnt,zu Mörspurg existirt haben. Aus diesen Edeln von Sulz, die uns namentlich inden Urkunden des Klosters Töss sehr häufig begegnen, deren Stammort zweifels-ohne das Mörspurg benachbarte Dörflein Sulz ist, welche im Wappen laut Wappen-rolle von Zürich und mehreren Siegeln einen Kübel haben, und somit zu denheutigen Sulzern in Winterthur, die ein ganz anderes Wappen führen, ausser