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Die Herren von Goldenberg auf Mörspurg, ihr Ende und Erbe
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Mehr um der Briefform willen, wie sie vor mehr als 500 Jahren gebräuchlichwar, und von unserer heutigen so grundverschieden ist, als wegen des Inhaltes,erwähnen wir eines kleinen Dokumentes, das in den Sammlungen der zürcher-ischen antiquarischen Gesellschaft sein Unterkommen gefunden hat. 32 ) Es istkein von irgend einem Notarius abgefasstes protokollartiges Aktenstück übereinen Yerkauf, eine Belehnung oder ähnliche vor vielen Zeugen gescheheneoffizielle Vorgänge, sondern ein Billet von einer Hand zur andern, wie manes heutzutage auf ein Blättchen Postpapier hinzuwerfen, in ein gummirtes Couvertzu stecken, und dem nächsten Briefeinwurf zur sichern Spedition durch dieeidgenössische Postverwaltung anzuvertrauen pflegt. Das Briefchen von 1349,um welches es sich handelt, ist auf ein kleines Stückchen Pergament geschrieben,offen und mit dem an einem Pergamentstreifchen hängenden Wachssiegel desAdressanten versehen, und lautet folgendermassen:

Dem Edeln Fryen Herren Herrn Albrecht von Bussenang Lantrichterim Turgöu emb(iet) ich Fridrich von Hünwille Ritter minen willigen Dienstberait. Ich lazze iich wizzen, daz ich Johans den Mayer von Mörsperggeanlaitz han vf den Hof ze Esselingen, den man nemmet Köllicons Hof vfden wingarten glegen ze maylan den man nemmet Köllicons wingarten als irmir gebuttent von des gerichts wegen vn sprich vf minen ait daz ich daz tettmit minem gwissen botten an sant Gallen tag vn des ze ainem offen vrkundhab ich min Insigel gehenkt an disen brief der geben wart an dem selbensant Gallen tag Anno domini M° CCC° XL nono. (1349).*)

Das angehängte Siegel zeigt einen Helm mit der Ilelmzier des (ursprünglichhochfreien) Geschlechtes von Hinwyl im Zürichgebiet, dem mit einer Kugelgeschmückten Hute.

1350 gibt Ilartmann Gevetterli, Burger zu Winterthur, dem ehrbarenManne, Johannes dem Meyer von Mörspurg, Genossame an seiner LeibeigenenFrau Gute, Mechtild Tikinen Tochter, die sich mit Ulrich Widmer an derSteig zu Oberwinterthur verheirathet hat, welch Letzterer Leibeigner des Meyersvon Mörspurg ist. Die Kinder, welche aus dieser Ehe hervorgehen werden,sollen den beiden Leibherren gemeinsam gehören. 3S )

Die schon zum Jahre 1348 genannte Schwester Johannes des Meyersvon Mörspurg, Katharina, die sich kurzweg Katharina von Mörsperg nennt,und bei der Königin Agnes, wie man heute sagen würde,Hofdame" ist,begegnet uns 34 ), anscheinend schon im höhern Lebensalter, nochmals in einerUrkunde Herzog Albrechts von Oesterreich, datirt 1352, worin dieser Fürstseine Zustimmung dazu giebt, dass Katharina von Mörsperg, der Königin AgnesJungfrau, ihrem Bruder Hans dem Meyer von Mörspurg und seinen Leibeserbenauf ihr Ableben hin zum steten Besitze und Lehen hingegeben habe denZehnten zu Stadel unter Mörspurg, jenen auf dem Sennhof u. s. w.

Beiläufig erwähnen wir auch noch des nachfolgenden Aktenstückes. AmMontag nach St. Agnestag 1357 urkundet vor Heinrich Peter, Burger zu V inter-thur und Stellvertreter des Schultheissen Heinrich Gvetterli, Ulrich der Sehaimer,Burger zu Winterthur, dass er aus dem Gute der geistlichen Herren von Peters-hausen, gelegen zu Oberwinterthur, welches Johannes und Rudolf die Hüttweilerbauen, einen Weingarten am Limperg zu stetem Zinslehen empfangen habe, gegeneinen Mütt Kernen auf Martini in das genannte Gut zu entrichtenden jährlichenZinses und ein Herbsthuhn an den Meyer von Mörsperg. Wenn Sehaimer

*) Der Sinn dieses Schreibens ist nach Herrn Professor G. von Wyss wohl der, dassHinwyl auf Befehl des Landrichters dem Meyer von Mörsperg einen Anlass"-Bricf zugesandt,d. h. sich bereit erklärt habe, mit demselben sich auf eine schiedsrichterliche Verhandlungbetreffend streitige Güter in Meilen und Esslingen einzulassen.